Absolvent des Chemieingenieurwesens erhält Possehl-Ingenieurpreis

Am 27.11.2007 überreichte der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes der Possehl-Stiftung, Dr. Helmuth Pfeifer, den Possehl-Ingenieur-Preis an Herrn Dipl.-Ing. (FH) Michael Martin, Student des Chemieingenieurwesens der TH Lübeck.

Am 27.11.2007 überreichte der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes der Possehl-Stiftung, Dr. Helmuth Pfeifer, den Possehl-Ingenieur-Preis im Audienzsaal des Lübecker Rathauses an Herrn Dipl.-Ing. (FH) Michael Martin. Den Preis erhielt Dipl.-Ing. Martin für seine Diplomarbeit mit dem Thema Thermoanalytische Untersuchungen an Katalysatoren zur Oxidation von Ruß.

Ziel der Arbeit war es, einen Katalysator zu identifizieren, der bei möglichst niedrigen Temperaturen Ruß weitestgehend oxidiert. Durch zielgerichtetes und systematisches Experimentieren ist es Herrn Martin gelungen, die Substanz Ceroxid  zu ermitteln, die sich als geeignet herausstellte, um weitere Experimente durchzuführen. Der Anwendungsbereich solcher Substanzen liegt bei der Russverminderung in der Automobilindustrie und ist ein gewichtiger Beitrag zum Umweltschutz.

Dr. Thomas Scheuring, DECHEMA, Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., Frankfurt am Main, Laudator bei der heutigen Preisverleihung, beschreibt den Stellenwert der Arbeit wie folgt:

Die eigentliche Stärke der von Michael Martin vorgelegten Arbeit ist der experimentelle Ansatz. Ganz pragmatisch lag hier die Frage zugrunde: Mit welcher der gängigen Substanzen erzielen wir signifikante Ergebnisse beim Oxidationsprozess unter Laborbedingungen mit ölhaltigem Ruß? gewissermaßen sind dies die Standardbedingungen beim Verbrennungsmotor. Durch zielgerichtetes und systematisches Experimentieren ist es Herrn Martin gelungen, diese Substanz zu entdecken. Man könnte auch sagen: er hat ein Händchen gehabt beim Experimentieren. Unabhängig davon zeigt die Diplomarbeit in Durchführung und Ergebnis ein exzellentes Resultat.

Hintergrund:
Bei nahezu allen Verbrennungsvorgängen entsteht Ruß, d.h. es bleiben unvollständig verbrannte Partikel übrig. Dieses ist grundsätzlich unerwünscht, weil die bspw. im Treibstoff enthaltene Energie nicht vollständig genutzt wird und der entstehende Ruß dazu führt, dass die beweglichen Teile eines Verbrennungsmotors durch Rußablagerungen beeinträchtigt werden. Darüber hinaus ist damit auch eine Beeinträchtigung der Umwelt verbunden, da die Rußpartikel Stichwort Feinstaub in die Umwelt emittiert werden. Ganz vermeiden lässt sich die Entstehung von Ruß nicht. Durch den Einsatz geeigneter Katalysatoren lassen sich die entstandenen Rußteilchen oxidieren gewissermaßen nachverbrennen. Unter einem Katalysator versteht man eine Substanz, die an der chemischen Reaktion zwar beteiligt ist, aber durch die Reaktion weder verbraucht noch erzeugt wird. Viele, um nicht zu sagen, praktisch alle chemischen Reaktionen würden ohne Katalysator so langsam oder mit derart geringen Ausbeuten ablaufen, dass eine technische Nutzung nicht möglich wäre.

Herr Michael Martin hat seine Diplomarbeit im Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften / Fachrichtung Chemieingenieurwesen unter der wissenschaftlichen Betreuung von Prof. Dr. Peter Swidersky und der fachlichen Begleitung durch Dr. Repenning, Firma o.m.t. Oberflächen- und Materialtechnologie, Lübeck angefertigt.