Der Versalzung von Küstenregionen auf der Spur

Die TH Lübeck erhält für ein neues Forschungsprojekt von Prof. Dr. Christoph Külls, Leiter des Labors für Hydrologie im Fachbereich Bauwesen, eine Förderung für das europäische Forschungsprojekt „MEDSAL“. Von der EU-Förderinitiative „PRIMA“ (Partnership for Research and Innovation in the Mediterranean Area) wird das neue Forschungsvorhaben in den nächsten drei Jahren mit 359 TEUR gefördert.

Professor Christoph Külls (3.v.l.) mit der Arbeitsgruppe beim Kick-off Meeting in Thessaloniki, Griechenland. Foto: SWRI

Das Forschungsprogramm PRIMA unterstützt Studien zur nachhaltigen Land- und Wasserwirtschaft im Mittelmeerraum. In dem Vorhaben untersuchen die Lübecker Forscher zusammen mit Partnereinrichtungen aus Griechenland, Zypern, Italien, Tunesien, Algerien und der Türkei die Ursachen der Versalzung von Grundwasser an den Küsten des Mittelmeeres und entwickeln geeignete Gegenmaßnahmen.

Durch starke Grundwasserentnahmen sinken nicht nur die Wasserstände, oft versalzt das Grundwasser in Küstennähe. Die Inseln des Mittelmeeres haben natürliche Süßwasserlinsen, die durch infiltrierende Niederschläge jährlich aufgefüllt, durch Entnahmen jedoch wieder verringert werden. Bei zu starker Nutzung können diese versalzen und für die Trinkwasserversorgung und Landwirtschaft unbrauchbar werden.

Das Team von Prof. Külls verwendet Umweltisotope, um die Ursachen und die Veränderung der Grundwasserversalzung zu unterscheiden: Meerseitiges Eindringen von Salzwasser, Aufsteigen von tiefem Salzwasser, Bodenversalzung durch nicht fachgerechte Bewässerung oder mangelnde Entwässerung, sogenannte Salzfallen können Versalzung verursachen.

Im Isotopenlabor an der Technischen Hochschule in Lübeck können mit einer Wasserprobe das Alter, die Ursache und die Tendenz der Versalzung bestimmt werden. Das erspart langjährige Messprogramme, für die häufig die Ressourcen fehlen und hilft, schneller und früher Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

»Die TH Lübeck trägt innovative Messtechnik zu diesem Projekt bei, die von allen Partnern genutzt werden kann. Wir arbeiten mit Fachleuten aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, aus der Geologie, der Statistik, der Landwirtschaft und der Informatik. Gemeinsam wollen wir erreichen, dass die Versalzung im Mittelmeerraum schneller eindeutig erkannt, verringert und schließlich vermieden werden kann. Die Methoden, die wir entwickeln, sind auch in Norddeutschland an der Nord- und Ostseeküste anwendbar«, sagt Christoph Külls, Professor für Hydrologie und Internationale Wasserwirtschaft an der TH Lübeck.