Eine Modelleisenbahn für TH Studierende

„Jetzt, wo wir das Ding einpacken oder rückbauen, kommen aktuell doch ein paar Aktivitäten daher“ sagt Thomas Hamer, Fachbereich Elektrotechnik/ Informatik (FB EI) an der Technischen Hochschule Lübeck.

Dipl.-Ing. Thomas Hamer. Foto: TH Lübeck

Mit dem „Ding“ bezieht Hamer sich auf eine Entdeckung, die die Kanzlerin der TH Lübeck während einer Campusbegehung machte. Das Ding ist seine Modelleisenbahn mit Containerterminal.

Auf der Suche nach ungenutztem Raum auf dem Campus durchforstete die Kanzlerin sämtliche Gebäude der Hochschule und stieß im Keller eines Gebäudes an der Bessemer Straße auf die Modelleisenbahn. Nachgefragt, gab sich der Betreiber dieser kurios anmutenden Entdeckung zeitnah zu erkennen. Dipl.-Ing. Thomas Hamer ist Laboringenieur und Noch-Kümmerer der Modelleisenbahn mit Rückbau-Auftrag. Er erinnert sich, dass das Modell 2010 für Ausbildungszwecke vom Labor für Software Engineering angeschafft wurde und nur bedingt in die Kategorie ‚Erfüllung eines Kindertraums‘ gehört.

„Da eine Software selbst quasi unsichtbar ist, benötigen die Studierenden ein möglichst realitätsnahes Modell „zum Anfassen“, an dem die vielfältigen logistischen und steuerungstechnischen Herausforderungen sichtbar gemacht werden können“, beschreibt Prof. Dr. Holger Hinrichs, damals Leiter des Labors für Software Engineering, den Hintergrund.

Inspiriert durch einen Betriebsausflug zum Containerhafen Hamburg kam es zur Anschaffung dieses Modells, an dem den Studierenden die wesentlichen Prozesse, vor allem das RFID- (Radio Frequency Identification) und AGV-gestützte (AGV = Automated Guided Vehicle, selbstfahrende Carriers) Be- und Entladen sowie die Lagerhaltung mit entsprechenden Softwarelösungen nähergebracht werden sollten.

„Zu Beginn war alles größer geplant. Mit der Anschaffung der Containerkräne hatten wir richtig tolle und realitätsnahe Teile, an denen die Studierenden reichlich Themen für Abschlussarbeiten hätten finden können. Leider stießen wir mit dem Eisenbahn- und Containerterminalmodell nur auf geringes Interesse bei den Studierenden“, sagt Hamer heute.

So geriet das Modell im Keller langsam in Vergessenheit, bis jetzt. Bevor die Kanzlerin über den Rückbau des Models und einer anderen Nutzung des Kellers nachdenken konnte, wurde die Modellanlage wieder Thema im Informatikausschuss des Fachbereichs. Aktuell sollen nun zwei chinesische Austauschstudierende ihre Bachelorarbeiten über Containerlogistik, Automatisierungs- und Steuerungstechnik am Modell anfertigen. Kommt dieses zustande, ist das Modell noch längst nicht vom Tisch!