Wer seid Ihr, was war das für eine Konferenz?
Wir sind Anja Lorenz und Tina John vom Institut für Interaktive Systeme (ISy) der TH Lübeck. Aktuell arbeiten wir beide im Projekt Digital Learning Campus Schleswig-Holstein (DLC) und beschäftigen uns dort im Rahmen der Plattformentwicklung auch mit offenen Lernangeboten und der Frage, wie Bildung möglichst vielen Menschen zugänglich gemacht werden kann.
Die Konferenz „OER im Blick“ ist die jährliche Statuskonferenz zur OER-Strategie des Bundes. Hier treffen sich Menschen aus Hochschulen, Schulen, Weiterbildung, Politik und Projekten, um über Open Educational Resources (OER) und Open Educational Practices (OEP) zu diskutieren. In diesem Jahr fand sie im smartvillage in Köln statt.
Wie habt Ihr Euch bei der Veranstaltung einbringen können?
Für Anja begann die Veranstaltung schon etwas früher. Als Mitglied des Beirats der OER-Strategie stand für sie am Dienstagvormittag die fünfte Beiratssitzung auf dem Programm. ISy-Kollege Sebastian Hobert war ebenfalls als Beiratsmitglied dabei. Als Sprecherin der Arbeitsgruppe zu Open Educational Practices (OEP) durfte Anja dort Arbeitsergebnisse rund um ein verbessertes Verständnis von OEP vorstellen. Weitere Arbeitsgruppen befassten sich mit Pain Points um OER, einem Standardpassus für Förderausschreibungen sowie möglichen Auswirkungen von KI-Entwicklungen. Spannend waren zudem Einblicke in aktuelle und geplante Förderprogramme und zukünftige Schwerpunkte der Strategie.
Unser vermutlich wichtigster Programmpunkt folgte am zweiten Tag: die Pitches zur Förderlinie „OE_Spaces“. Wir hatten beide jeweils eine Projektidee eingereicht und waren mit der Einladung zum Pitch auch beide eine Runde weitergekommen: Anja mit dem „CourseReChecker“ und Tina mit „AutoMultilangX“. Das Format hatte es in sich: Wir hatten nur eine Minute Zeit für den Pitch, anschließend zwei Minuten Rückfragen durch die Jury. Zusätzlich konnte auch das Publikum über die Ideen abstimmen.
Insgesamt wurden rund 30 Projektideen vorgestellt, von denen höchstens 15 in die nächste Runde kommen sollten. Die Vielfalt der Ideen war beeindruckend, und ehrlich gesagt hätten wir selbst große Schwierigkeiten gehabt, eine Auswahl zu treffen. Umso mehr haben wir uns gefreut, als eine Woche später die Nachricht kam: Beide Projekte waren weiter und wir durften einen Vollantrag einreichen!
Was habt Ihr von der Veranstaltung mitgenommen?
Für Anja fühlt sich „OER im Blick“ inzwischen ein wenig wie ein Klassentreffen an. Viele Menschen aus der OER-Community kennt man seit Jahren aus gemeinsamen Projekten, Workshops oder Diskussionen. Entsprechend wertvoll sind die Gespräche am Rande und außerhalb des Programms, bei denen oft genauso viele Ideen entstehen wie in den Vorträgen selbst.
Anja fand auch die Vorstellung der Plattform EduFeed durch Steffen Rörtgen spannend. Auch mit ihm hat sie schon im Projekt JOINTLY zusammengearbeitet. Das Projekt setzt auf das offene Nostr-Protokoll und denkt digitale soziale (Bildungs-)Netzwerke und den Austausch von Informationen auf eine sehr dezentrale Weise. Für unsere aktuellen Projekte sehen wir zwar aktuell keine direkten Anknüpfungspunkte, aber genau solche Einblicke machen den Reiz der Konferenz aus: Man begegnet Ideen, die vielleicht nicht morgen, aber möglicherweise übermorgen relevant werden.
Für Tina war die Konferenz gleichzeitig die erste intensivere Begegnung mit der OER-Community. Die Grundideen von OER und Open Source sind am ISy längst Teil des Arbeitsalltags und bilden die Basis vieler unserer Entwicklungen und Angebote. Neu war daher weniger das Thema selbst als vielmehr die Community dahinter.
Nennt ein Highlight von der Veranstaltung
Nach unserem Eindruck dürfte Tina die einzige Teilnehmerin der gesamten Konferenz gewesen sein, die kein Foto mit dem riesigen Teddybären gemacht hat, der auf der Zuschauertribüne saß. Der Bär entwickelte sich schnell zum heimlichen Star der Veranstaltung und tauchte gefühlt häufiger auf Fotos auf als manche Vortragende.





