3½ Fragen zur CSEDU (International Conference on Computer Supported Education)
Wer bist Du, was war das für eine Konferenz?
Ich bin Tina John und gehöre zum ISy-Team, das die Plattform des Digital Learning Campus (dlc.sh) entwickelt.
Die CSEDU (International Conference on Computer Supported Education) ist eine internationale wissenschaftliche Konferenz, die Forschende, Lehrende, Bildungsentwickler:innen und EdTech-Expert:innen aus den Bereichen Informatik, Bildungswissenschaft und digitales Lernen zusammenbringt. Dort werden aktuelle Forschungsergebnisse, innovative Lerntechnologien und neue Konzepte für die digitale Bildung vorgestellt und diskutiert.
Wie hast Du Dich bei der Veranstaltung einbringen können?
Auf der CSEDU 2026 war ich als Autorin des Papers „Open-Source Workflow for Sustainable, Publicly Accessible Knowledge Curation of In-Person Events with SummarAIzer“ dabei. Neben der Vorstellung der Evaluationsergebnisse der Pilotimplementierung des SummarAIzer von Pascal Hürten beim Einsatz bei der MoodleMoot DACH 2025 habe ich die Vorteile der Nutzung von KI-Service-Zentren gegenüber kleinen, abgeschlossenen Insellösungen in den Fokus des 25-minütigen Talks gestellt.
Mein Ziel war es, aufzuzeigen, dass Technologien wie der SummarAIzer – wenn sie auf lokalen, nicht öffentlichen Infrastrukturen basieren – schnell zu isolierten, nicht skalierbaren Lösungen werden. Durch die Kombination aus Open-Source-Prinzipienund zentralen KI-Infrastrukturen könnten solche Services dagegen gemeinsam weiterentwickelt werden – statt immer wieder neu und meist unabhängig voneinander gebaut zu werden.
Ich konnte erreichen, dass die Diskussion aufgenommen wurde. Für den deutschsprachigen Raum kam man natürlich nicht umhin, die Anzahl notwendiger KI-Zentren zu diskutieren.
Was hast Du von der Veranstaltung mitgenommen?
Neben den hervorragenden Locations, an denen die CSEDU stattfindet, mag ich besonders, dass die Inhalte weniger theoretisch, sondern sehr praxisnah sind. Auch dieses Jahr wurden Produktivsysteme verschiedener Tools vorgestellt – doch entgegen meiner Erwartung hörte ich oft auf Nachfrage, dass weder das System öffentlich zugänglich war noch der Quellcode oder das Modell.
Die Autorin Angela D’Angelo erzählte offen am Beispiel einer weiterführenden Schule in der Nähe von Rom, dass die Schule genug Geld habe, aber es nicht sinnvoll einsetze. In derselben Schule können alle Lehrenden Chatbots bauen, und bei den Lernenden ist der Umgang mit virtueller Realität ein tägliches Brot. Sie zeigte mit ihrem Paper, wie Lehrende und Lernende im Unterricht nicht nur mit klassischem Schulwissen umgehen, sondern auch nach einer kurzen Einführung in entsprechende Editoren Lehrmaterialien für den klassischen Schulstoff – am Beispiel des Geschichtsunterrichts – in VR umsetzen. Diese Materialien werden jedoch bisher nicht als Open Educational Resources bereitgestellt.
Im Team der Moodle-Entwickler hier am ISy, zu dem ich mich zähle, diskutieren wir gerade die Entwicklung eines Moodle-Plugins zur nachhaltigen Kursdatenextraktion als Grundlage für andere Plugins, die wir pflegen und entwickeln. Auch hierfür wurde ich auf der CSEDU wie gewohnt im Zusammenhang mit praktischen Anwendungen fündig.
Nenne ein Highlight von der Veranstaltung
Als positives Highlight ist wie immer die Location zu nennen: Sie war zwar nicht über öffentliche Verkehrsmittel erreichbar, bot dafür aber abseits der Stadt in den Bergen einen super Ausblick und eine gute Atmosphäre für die kommunikationsfreudige, weltweit-internationale Community. Auch die praktische Nützlichkeit der Frameworks und Tools, die vorgestellt wurden, möchte ich hervorheben – häufig waren Interessenbekundungen in den Talks aus dem Auditorium zu hören.
Ein negatives Highlight war ein vollständig KI-generierter Online-Beitrag. Die Diskussion drehte sich weniger um den Inhalt, sondern vielmehr um die Frage: “Was ist der Sinn einer Konferenz, wenn man nur KI-generierte Vorträge sieht – ohne Persönlichkeit, ohne Authentizität, ohne menschlichen Austausch?”



