Newsbeitrag

Possehl - Förderprämie für Cesar Andres Arrieta

Am 12. November überreichte der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes der Possehl-Stiftung, Herr Matthias Max Schön, gemeinsam mit TH-Präsidentin Dr. Muriel Helbig den mit 5.000 Euro dotierten Possehl-Ingenieur-Preis des Jahres 2019.

Cesar Andres Arrieta (Mitte) mit dem Vorsitzende des Stiftungsvorstandes der Possehl-Stiftung, Matthias Schön, und der Präsidentin der TH, Dr. Muriel Helbig. Foto: Felix König

Nach der Preisverleihung: Cesar Andres Arrieta (2. v.l.) mit der Präsidentin der TH, Dr. Muriel Helbig, Christian Stark und Prof. Stefan Müller (v.l.n.r.). Foto: Felix König

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde unser Student Cesar Andres Arrieta für seine Masterarbeit „Polarimetric Glucose Determination in the Presence of lmpurities“ mit einer mit 3.000 Euro dotierten Förderprämie ausgezeichnet. Er ist Absolvent des gemeinsamen internationalen Studiengangs Biomedical Engineering, den er im Wintersemester 2018/19 in Regelstudienzeit mit der Gesamtnote 1,2 abschloss.

In seiner Masterarbeit erarbeitete er ein optisches Messverfahren zur monochromatischen Glucose-Bestimmung. Hauptbestandteil war hierbei die Charakterisierung der sehr komplexen Messsignale des bei uns entwickelten Breitbandpolarimeters. Cesar Arrieta entwickelte dazu eine eigene Methode, um die Genauigkeit der Glucose­Vorhersage zu verbessern. Betreut wurde er dabei von Christian Stark und Prof. Stefan Müller.

Cesar Arrietas Arbeit gehört zu einem von mehreren Drittmittelprojekten zur optischen Blutanalyse. Einen Schwerpunkt bildet dabei die reagenzienfreie Glucose-Bestimmung im Blut von Diabetes- und intensivmedizinisch versorgten Patienten. In diesem Zusammenhang haben sich optische Messverfahren, insbesondere die Polarimetrie als vielversprechende Lösungsansätze erwiesen. Diese Methode nutzt die Tatsache, dass Glucosemoleküle die Polarisationsrichtung linear polarisierten Lichts konzentrationsabhängig drehen. Dieser als optische Aktivität bezeichnete Effekt kann messtechnisch erfasst und so zur Glucosebestimmung genutzt werden. Die Schwierigkeit in der praktischen Umsetzung dieses Verfahrens im medizinischen Umfeld besteht in der starken Beeinflussung des Messsignals durch die ebenfalls im Blutplasma befindlichen Proteine, die genau wie die Glucose optisch aktiv sind.

Cesar Arrieta hat in seiner Arbeit die polarimetrische Glucose-Bestimmung in synthetischen Blutplasma-Matrizen bezüglich der genannten Störeinflüsse untersucht. Ein Hauptbestandteil war hierbei die Charakterisierung der sehr komplexen Messsignale eines bei uns entwickelten Breitbandpolarimeters. Darüber hinaus entwickelte er eine eigene Methode zur Verbesserung der Glucose-Vorhersage-Genauigkeit, die darauf basiert, dass neben dem Polarimetersignal aus den Messdaten gleichzeitig die Absorption der Probe berechnet und zur Kompensation von Störeinflüssen benutzt wird. Cesar Arrieta konnte bei seinen Untersuchungen zeigen, dass dieser in der Literatur bislang nicht beschriebene Ansatz zu einer erheblichen Verbesserung der Genauigkeit der Messung in Anwesenheit von Proteinen führt. Perspektivisch ermöglicht dies die Anwendung des Verfahrens an Vollblut bzw. eine nichtinvasive Messung der Blutglucose. Die Ergebnisse seiner Arbeit haben damit eine erhebliche praktische Relevanz.

Aus gemeinsamen Diskussionen ging eine von Cesar Arrieta vorgeschlagene neue Methode zur monochromatischen Glucose-Bestimmung hervor, für die eine entsprechende Patentanmeldung in Vorbereitung ist.

Possehl-Stiftung und Ingenieur-Preis

Die von dem ehemaligen Lübecker Senator Emil Possehl 1919 errichtete Stiftung, die er zu seiner Universalerbin eingesetzt hatte, fördert vielfältige Aktivitäten in Lübeck, u.a. auch die Hochschulen und damit die Studierenden. Der Possehl-Ingenieur-Preis wird seit 1983 für hervorragende Abschlussarbeiten an Absolventinnen und Absolventen der TH Lübeck vergeben.