Am Sonntag, den 13. September 2026, ging die NordBau in Neumünster nach insgesamt fünf Tagen zu Ende. Auf rund 69.000 Quadratmetern Freigelände und mehr als 20.000 Quadratmetern Hallenfläche stellten Unternehmen, Verbände und Forschungseinrichtungen Neuheiten aus der Baubranche vor.
Zur Eröffnung der NordBau und der Conbau Nord war auch Ministerpräsident Daniel Günther vor Ort. Er habe sich auf die Messe sehr gefreut, da man hier immer gut gelaunten und optimistischen Menschen
begegne. Er sprach über das Wirtschaftswachstum des Landes, dass sich Schleswig-Holstein nicht länger hinter dem Süden Deutschlands verstecken müsse, und verkündete mit einem gewissen Stolz, dass hier im Norden die größten Baustellen
zu finden sind. Denn: Zum einen werde da auch am Wochenende gearbeitet, und Großprojekte wie die Rader Hochbrücke seien absolut im Zeitplan.
Hier liegt die Zukunft
, sagt Günther. Das Handwerk zu stärken, sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft, denn hier lägen die beruflichen Perspektiven – ob im Bereich Solarenergie, Windkraft oder im Straßen-, Hoch- und Tiefbau. Wir müssen uns auf Menschen konzentrieren, die mutige Entscheidungen treffen. Vielleicht machen sie mal Fehler, aber wer Fehler macht, hat auch etwas gewagt
, sagt er. Und genau das brauche das Land.
TH Lübeck mit mehreren Ständen auf der NordBau vertreten
Während im Außenbereich nagelneue Bagger, Kräne, Förderbänder und Co. zu bewundern waren, tummelten sich zahlreiche weitere Aussteller in den Messehallen, um ihre Produkte und Dienstleistungen vorzustellen. Nach Angaben des Veranstalters besuchten insgesamt 53.700 Menschen die NordBau und schlenderten an Ständen von mehr als 700 Aussteller*innen entlang.
Mittendrin: die Technische Hochschule. Mit insgesamt sechs Ständen in zwei verschiedenen Hallen zeigte sich die Hochschule von ihren unterschiedlichen Seiten.
Von Kreislaufwirtschaft und Materialprüfanstalt
Einer der Stände ist das Forum Kreislaufwirtschaft Bau. Seit gut fünf Jahren dient der Messestand einmal im Jahr als zentraler Anlaufpunkt für den Austausch unterschiedlicher Akteure, um Synergien zu schaffen und über die Messe hinaus im Austausch zu bleiben. Es ist ein Netzwerk, aus dem sich weitere Projekte und Kooperationen ergeben
, sagte Andrea Schauließ, Marketingbeauftragte im Fachbereich Bau der TH Lübeck und Verantwortliche für den Messeauftritt der Hochschule.
Am Stand selbst gab es über die Messetage verteilt ein Programm aus unterschiedlichen Impulsvorträgen, Diskussionsrunden, Workshops und Co. rund um Themen wie Lehmbau und Naturbaustoffe, natürlich bauen und sanieren oder Recyclingbeton und RC-Baustoffe.
Direkt nebenan und auch Teil des Vortragsprogramms war die Materialprüfanstalt Schleswig-Holstein (MPA) vertreten – das unabhängige Prüflabor auf dem Gebiet der Werk- und Baustofftechnik, das an die TH Lübeck angegliedert ist.
Studierende der TH Lübeck stellen Ergebnisse ihrer Abschlussarbeiten aus
Auf der anderen Seite der Holstenhallen befanden sich insgesamt drei aus Holz gefertigte Installationen. Jeweils das Ergebnis von Absolvent*innen der TH Lübeck. Einer von ihnen war Sebastian Leopold, der an der TH Lübeck Bauingenieurwesen studiert hat. Nur wenige Tage vor dem Beginn der Messe hatte er seine Bachelorarbeit fertiggestellt und stellt seine Ergebnisse nun auf der Messe vor. Thema seiner Arbeit war ein Lübecker Holzkeller aus dem 12. Jahrhundert, der 2018 ausgegraben und ausgestellt wurde. Seine Aufgabe war es, möglichst alle Informationen und Daten zusammenzutragen und am Ende zu berechnen, ob dieser Keller auch nach heutigen Standards halten würde.
Expert*innen der TH Lübeck stellen Forschungsprojekt auf der Conbau Nord vor
Während es auf dem Messegelände um Neuheiten rund um die Baubranche ging, befasste sich die Conbau Nord im Kongressbereich der Holstenhallen mit dem Thema Wohnungsbau in der Transformation – Wärmewende, Demographie und Standards. In insgesamt 15 Sessions widmeten sich mehr als 30 Expert*innen aus Deutschland und Skandinavien aktuellen und relevanten Themen und ordneten diese strategisch ein.
Zwei der Redner*innen waren Professor Marcus Menzl und Mats Söhrnsen aus dem Fachbereich Bauwesen der TH Lübeck. Sie stellten die ersten Ergebnisse ihres gemeinsamen Forschungsprojektes Generationenwechsel im Einfamilienhausbestand – eine Studie zur Situation und Perspektiven in Schleswig-Holstein vor. Das von Haus & Grund Schleswig-Holstein und dem Innenministerium des Landes geförderte Projekt widmet sich der Frage, mit welcher Motivation Menschen über 55 Jahren aus dem Einfamilienhaus ausziehen. Der Fokus liegt hier also nicht darauf, eine hypothetische Umzugsbereitschaft abzufragen, sondern richtet den Blick auf bereits vollzogene Wohnstandortwechsel.
Enge Verzahnung von Forschung, Lehre und Praxis
Damit zeigte die TH Lübeck auf der NordBau und der Conbau Nord einmal mehr, wie eng Forschung, Lehre und Praxis miteinander verbunden sind. Ob Kreislaufwirtschaft, neue Baustoffe, Holzbau oder die Herausforderungen des Wohnungsbaus – die Themen der Baubranche sind vielfältig und befinden sich im Wandel. Der Austausch auf der Messe und im Kongress bot dabei Gelegenheit, aktuelle Forschungsergebnisse vorzustellen, neue Impulse aufzunehmen und mit Akteur*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis ins Gespräch zu kommen.


















