Zwischen Forschung und Praxis: TH Lübeck zeigt Präsenz auf NordBau und Conbau Nord

Auf der NordBau in Neumünster trafen in diesem Jahr wieder Praxis, Wissenschaft und aktuelle Zukunftsthemen der Baubranche aufeinander. Mittendrin: die Technische Hochschule Lübeck. Während die Hochschule mit gleich mehreren Ständen in den Hallen vertreten war, herrschte im angrenzenden Kongressbereich auf der Conbau Nord ein reger Austausch zum Thema Wohnungsbau in der Transformation, bei der unter anderem Prof. Sebastian Fiedler von der TH Lübeck die fachliche Leitung übernommen hatte.

Ministerpräsident Daniel Günther spricht an einem Pult.

Die NordBau und Conbau Nord wurden von Ministerpräsident Daniel Günther offiziell eröffnet. Foto: TH Lübeck

Viele Menschen sitzen im Publikum.

Bei der Eröffnung der NordBau und Conbau Nord war der Saal im Kongresszentrum voll besetzt. Foto: TH Lübeck

Eine Frau spricht mit einem Mann während sie im Publikum sitzen.

Die offizielle Eröffnung der NordBau und Conbau Nord lockte einige Interessierte in das Kongresszentrum der Holstenhallen Neumünster. Foto: TH Lübeck

Das Publikum hört einem Redner zu.

Bei der offiziellen Eröffnung der saßen die fachlichen Leiter der Conbau Nord in der ersten Reihe. Professor Sebastian Fiedler (zweiter von links), Professor Dietmar Wahlberg (Mitte) und Jörg Bierbass (rechts) von der IB.SH.

Eine Frau steht mit einem Mikrofon an einem Messestand.

Andrea Schauließ, Marketingbeauftragte des Fachbereichs Bauwesen, am Stand der Kreislaufwirtschaft auf der NordBau in Neumünster.

Einige Menschen sitzen um einen Tisch an einem Messestand.

Am Stand der Kreislaufwirtschaft auf der Nordbau fanden durchgehend unterschiedliche Workshops, Diskussionsrunden und Impulsvorträge statt. Foto: TH Lübeck

Unterschiedliche Gespräche an einem Messestand.

Am Stand der Kreislaufwirtschaft und der MPA herrschte auf der Nordbau ein reger Austausch. Foto: TH Lübeck

An einem Messestand sitzen einige Personen um einen Tisch zusammen.

Am Stand der Kreislaufwirtschaft ging es vor allem um den Austausch unterschiedlicher Akteure. Foto: TH Lübeck

Ein Tisch mit unterschiedlichen Werk- und Baustoffen.

Die Materialprüfanstalt stellte unterschiedliche Materialien aus, um die Vielfalt der Werk- und Baustoffe zu demonstrieren. Foto: TH Lübeck

Verschiedene Holzarten wurden an einem Messestand ausgestellt.

Die Materialprüfanstalt stellte unterschiedliche Materialien aus. Foto: TH Lübeck

Ein junger Mann steht vor einem Holzgestell und lächelt in die Kamera.

Sebastian Leopold hat auf der Nordbau seine Abschlussarbeit im Bachelorstudiengang Bauingenieurwesen ausgestellt. Foto: TH Lübeck

Ein Gestell aus Holz, dass auf einem Tisch steht. Eine Nachbildung eines Kellers.

Dieses Modell ist die Nachbildung eines alten Lübecker Kellers, der vor einigen Jahren ausgegraben wurde. TH-Student Sebastian Leopold hat sich in seiner Bachelorarbeit damit beschäftigt, ob dieser Keller auch heute noch halten würde. Foto: TH Lübeck

Ein Mann spricht auf einer Veranstaltung mit einer Frau.

Die Conbau Nord startete mit einem kleinen Come Together, bevor die offizielle Eröffnung der NordBau und Conbau Nord durch Ministerpräsident Daniel Günther begann. Foto: TH Lübeck

Eine junge Frau lächelt und steht an einem Tisch.

Nach den ersten Sessions auf der Conbau gab es ein Worldcafé bei dem einige relevante Fragen rund um das Thema Transformation und Wohnungsbau diskutiert wurden. Foto: TH Lübeck

Menschen stehen um einen Tisch und unterhalten sich. In der Mitte steht ein Schild.

Nach den ersten Sessions auf der Conbau gab es ein Worldcafé bei dem einige relevante Fragen rund um das Thema Transformation und Wohnungsbau diskutiert wurden. Foto: TH Lübeck

Am Sonntag, den 13. September 2026, ging die NordBau in Neumünster nach insgesamt fünf Tagen zu Ende. Auf rund 69.000 Quadratmetern Freigelände und mehr als 20.000 Quadratmetern Hallenfläche stellten Unternehmen, Verbände und Forschungseinrichtungen Neuheiten aus der Baubranche vor.

Zur Eröffnung der NordBau und der Conbau Nord war auch Ministerpräsident Daniel Günther vor Ort. Er habe sich auf die Messe sehr gefreut, da man hier immer gut gelaunten und optimistischen Menschen begegne. Er sprach über das Wirtschaftswachstum des Landes, dass sich Schleswig-Holstein nicht länger hinter dem Süden Deutschlands verstecken müsse, und verkündete mit einem gewissen Stolz, dass hier im Norden die größten Baustellen zu finden sind. Denn: Zum einen werde da auch am Wochenende gearbeitet, und Großprojekte wie die Rader Hochbrücke seien absolut im Zeitplan.

Hier liegt die Zukunft, sagt Günther. Das Handwerk zu stärken, sei ein wichtiger Schritt für die Zukunft, denn hier lägen die beruflichen Perspektiven – ob im Bereich Solarenergie, Windkraft oder im Straßen-, Hoch- und Tiefbau. Wir müssen uns auf Menschen konzentrieren, die mutige Entscheidungen treffen. Vielleicht machen sie mal Fehler, aber wer Fehler macht, hat auch etwas gewagt, sagt er. Und genau das brauche das Land.

TH Lübeck mit mehreren Ständen auf der NordBau vertreten

Während im Außenbereich nagelneue Bagger, Kräne, Förderbänder und Co. zu bewundern waren, tummelten sich zahlreiche weitere Aussteller in den Messehallen, um ihre Produkte und Dienstleistungen vorzustellen. Nach Angaben des Veranstalters besuchten insgesamt 53.700 Menschen die NordBau und schlenderten an Ständen von mehr als 700 Aussteller*innen entlang. 

Mittendrin: die Technische Hochschule. Mit insgesamt sechs Ständen in zwei verschiedenen Hallen zeigte sich die Hochschule von ihren unterschiedlichen Seiten.

Von Kreislaufwirtschaft und Materialprüfanstalt

Einer der Stände ist das Forum Kreislaufwirtschaft Bau. Seit gut fünf Jahren dient der Messestand einmal im Jahr als zentraler Anlaufpunkt für den Austausch unterschiedlicher Akteure, um Synergien zu schaffen und über die Messe hinaus im Austausch zu bleiben. Es ist ein Netzwerk, aus dem sich weitere Projekte und Kooperationen ergeben, sagte Andrea Schauließ, Marketingbeauftragte im Fachbereich Bau der TH Lübeck und Verantwortliche für den Messeauftritt der Hochschule.

Am Stand selbst gab es über die Messetage verteilt ein Programm aus unterschiedlichen Impulsvorträgen, Diskussionsrunden, Workshops und Co. rund um Themen wie Lehmbau und Naturbaustoffe, natürlich bauen und sanieren oder Recyclingbeton und RC-Baustoffe.

Direkt nebenan und auch Teil des Vortragsprogramms war die Materialprüfanstalt Schleswig-Holstein (MPA) vertreten – das unabhängige Prüflabor auf dem Gebiet der Werk- und Baustofftechnik, das an die TH Lübeck angegliedert ist.

Studierende der TH Lübeck stellen Ergebnisse ihrer Abschlussarbeiten aus

Auf der anderen Seite der Holstenhallen befanden sich insgesamt drei aus Holz gefertigte Installationen. Jeweils das Ergebnis von Absolvent*innen der TH Lübeck. Einer von ihnen war Sebastian Leopold, der an der TH Lübeck Bauingenieurwesen studiert hat. Nur wenige Tage vor dem Beginn der Messe hatte er seine Bachelorarbeit fertiggestellt und stellt seine Ergebnisse nun auf der Messe vor. Thema seiner Arbeit war ein Lübecker Holzkeller aus dem 12. Jahrhundert, der 2018 ausgegraben und ausgestellt wurde. Seine Aufgabe war es, möglichst alle Informationen und Daten zusammenzutragen und am Ende zu berechnen, ob dieser Keller auch nach heutigen Standards halten würde.

Expert*innen der TH Lübeck stellen Forschungsprojekt auf der Conbau Nord vor

Während es auf dem Messegelände um Neuheiten rund um die Baubranche ging, befasste sich die Conbau Nord im Kongressbereich der Holstenhallen mit dem Thema Wohnungsbau in der Transformation – Wärmewende, Demographie und Standards. In insgesamt 15 Sessions widmeten sich mehr als 30 Expert*innen aus Deutschland und Skandinavien aktuellen und relevanten Themen und ordneten diese strategisch ein.

Zwei der Redner*innen waren Professor Marcus Menzl und Mats Söhrnsen aus dem Fachbereich Bauwesen der TH Lübeck. Sie stellten die ersten Ergebnisse ihres gemeinsamen Forschungsprojektes Generationenwechsel im Einfamilienhausbestand – eine Studie zur Situation und Perspektiven in Schleswig-Holstein vor. Das von Haus & Grund Schleswig-Holstein und dem Innenministerium des Landes geförderte Projekt widmet sich der Frage, mit welcher Motivation Menschen über 55 Jahren aus dem Einfamilienhaus ausziehen. Der Fokus liegt hier also nicht darauf, eine hypothetische Umzugsbereitschaft abzufragen, sondern richtet den Blick auf bereits vollzogene Wohnstandortwechsel.

Enge Verzahnung von Forschung, Lehre und Praxis

Damit zeigte die TH Lübeck auf der NordBau und der Conbau Nord einmal mehr, wie eng Forschung, Lehre und Praxis miteinander verbunden sind. Ob Kreislaufwirtschaft, neue Baustoffe, Holzbau oder die Herausforderungen des Wohnungsbaus – die Themen der Baubranche sind vielfältig und befinden sich im Wandel. Der Austausch auf der Messe und im Kongress bot dabei Gelegenheit, aktuelle Forschungsergebnisse vorzustellen, neue Impulse aufzunehmen und mit Akteur*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis ins Gespräch zu kommen.