Sie gestalten die Lehre, setzen Schwerpunkte in der Forschung und entwickeln ihre Fachbereiche weiter: Die neuen Dekanate der TH Lübeck stehen vor unterschiedlichen Aufgaben und teilen zugleich das Ziel, ihre Fachbereiche zukunftsfähig aufzustellen. Ob nachhaltiges Bauen, angewandte Naturwissenschaften, die Verbindung von Technik und Wirtschaft oder die Entwicklung verantwortungsvoller Technologien – die Schwerpunkte sind vielfältig.
Fachbereich Bauwesen: Nachhaltigkeit gemeinsam gestalten
Wie wollen wir künftig bauen, wohnen und unsere Städte gestalten? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der Fachbereich Bauwesen. Bauingenieurwesen, Stadtplanung, Architektur, Nachhaltige Gebäudetechnik und Waterengineering arbeiten hier unter einem Dach zusammen. Gemeinsame Lehrveranstaltungen, fachübergreifende Lehre und interdisziplinäre Forschung prägen das Selbstverständnis des Fachbereichs.
In den kommenden Jahren stehen insbesondere die Nachhaltigkeit des Bauens, der Klimawandel sowie Wasser- und Stoffkreisläufe im Fokus. Auch die Transformation von Mobilität und Wohnen und die Digitalisierung von Planungs- und Fabrikationsprozessen werden Lehre und Forschung prägen. Die gesellschaftlichen und ökologischen Veränderungen begreift das Dekanat dabei als Chance, Bau- und Stadtentwicklung nachhaltiger und ressourcenschonender zu gestalten.
Eine zentrale Aufgabe besteht darin, Nachhaltigkeit und interdisziplinäre Zusammenarbeit dauerhaft in der Fachbereichskultur zu verankern. Dafür sollen Studieninhalte stärker miteinander verzahnt und gemeinsame Projekte ausgebaut werden. Auch digitale Technologien sollen verantwortungsvoll in Forschung, Lehre und weiteren Arbeitsbereichen zum Einsatz kommen.
Neu gewählter Dekan im Fachbereich Bauwesen ist Prof. Dr. Benjamin Spaeth. Die beiden Prodekane sind Prof. Dr. Raphael Kampmann und Prof. Dr. Holger Lorenzl.
Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften: Zukunftsfragen praktisch lösen
Von der Hörakustik über die Biomedizintechnik bis hin zu Umwelt, Chemie und Physik: Der Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften vereint unterschiedliche Disziplinen, die eines verbindet – naturwissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Anwendungen zu übertragen. Ein hoher Praxis- und Laboranteil sowie die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Industrie prägen das Studium.
Inhaltlich spiegeln sich hier viele große Zukunftsfragen wider. Gesundheit und demografischer Wandel, Klimaschutz, Energie- und Ressourceneffizienz sowie Digitalisierung und künstliche Intelligenz werden den Fachbereich in den kommenden Jahren beschäftigen. Während Hörakustik und Biomedizintechnik beispielsweise auf die Bedürfnisse einer älter werdenden Gesellschaft eingehen, stehen in Chemie und Umwelt Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt. In der Physik spielen unter anderem Sensorik, Halbleiter und Photonik eine wichtige Rolle.
Eine Herausforderung bleibt, junge Menschen für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern und Studienangebote an neue Technologien und Berufsbilder anzupassen. Das Dekanat möchte deshalb die Zukunftsrelevanz der Studienrichtungen stärker sichtbar machen und die internationale Vernetzung ausbauen. Studierende sollen mehr Möglichkeiten erhalten, während ihres Studiums internationale Erfahrungen zu sammeln und sich auf eine zunehmend internationale Arbeitswelt vorzubereiten.
Neu gewählte Dekanin im Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften ist Prof. Dr. Sigrid Schuldei. Die beiden Prodekan*innen sind Prof. Dr. Tillmann Schmelter und Prof. Dr. Wen-Huan Wang.
Fachbereich Maschinenbau und Wirtschaft: Technik und Wirtschaft verbinden
Technische Entwicklungen und wirtschaftliche Zusammenhänge gehören in vielen Berufsfeldern untrennbar zusammen. Der Fachbereich Maschinenbau und Wirtschaft verbindet deshalb ingenieurwissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Kompetenzen. Ein interdisziplinäres Kollegium und ein breites, praxisorientiertes Studienangebot bilden die Grundlage dafür.
Künstliche Intelligenz und Digitalisierung verändern sowohl die berufliche Praxis als auch die Hochschullehre. Gleichzeitig wandeln sich die Lerngewohnheiten und Voraussetzungen der Studierenden. Für den Fachbereich stellt sich damit die Frage, wie Studienangebote attraktiv bleiben und Studierende bestmöglich auf die Anforderungen der Arbeitswelt vorbereiten können.
In der Verbindung von Technik und Wirtschaft sieht das Dekanat eine besondere Chance. Digitale Technologien eröffnen neue Möglichkeiten für praxisnahe und individuelle Lernangebote. Auch internationale Kooperationen, Austauschprogramme und die Gewinnung internationaler Studierender sollen an Bedeutung gewinnen.
Zu den zentralen Aufgaben gehört es, die beruflichen Perspektiven der Studiengänge sichtbarer zu machen und mehr Studierende zu gewinnen. Zugleich sollen Lehrinhalte und Prüfungsformen an die Veränderungen durch künstliche Intelligenz angepasst werden. Eigenständiges Urteilen, selbstständiges Lernen und wissenschaftliches Arbeiten bleiben dabei wichtige Kompetenzen. Ziel ist ein attraktiver und gut vernetzter Fachbereich, der seine Lehre kontinuierlich weiterentwickelt und Studierende gut auf ihre beruflichen Aufgaben vorbereitet.
Neu gewählter Dekan im Fachbereich Maschinenbau und Wirtschaft ist Prof. Dr. Martin Huhn. Die beiden Prodekane sind Prof. Dr. Martin Hahn und Prof. Dr. Tim Voigt.
Fachbereich Elektrotechnik und Informatik: Technologie für Menschen entwickeln
Technologie soll nicht nur funktionieren, sondern den Menschen einen konkreten Mehrwert bieten. Diesem Anspruch folgt der Fachbereich Elektrotechnik und Informatik, der Elektrotechnik, Informatik und Gestaltung miteinander verbindet. Neben dieser interdisziplinären Ausrichtung zeichnet ihn die Vielfalt seiner Studienmodelle aus: Präsenz-, kooperative, internationale und Online-Studienangebote eröffnen unterschiedlichen Menschen Wege ins Studium.
Ein zentrales Zukunftsthema ist die künstliche Intelligenz. Sie verändert Berufsbilder und wirft neue Fragen auf: Welche Kompetenzen brauchen Absolvent*innen, wenn KI bei Entwicklung, Analyse und Gestaltung mitarbeitet? Wie lassen sich ihre Möglichkeiten nutzen, ohne die Fähigkeit zum kritischen Prüfen und verantwortungsvollen Entscheiden aus dem Blick zu verlieren? Diese Fragen werden sowohl die Lehre als auch die Forschung beschäftigen. Daneben spielen regenerative Energien, intelligente Energienetze und IT-Sicherheit eine wichtige Rolle.
Eine große Herausforderung bleibt die Gewinnung neuer Studierender und die Verringerung von Studienabbrüchen. Mit neuen Studienangeboten wie Wirtschaftsinformatik/Data Science, das gemeinsam mit dem Fachbereich Maschinenbau und Wirtschaft angeboten wird, hat der Fachbereich bereits einen wichtigen Schritt getan. Auch eine verpflichtende Studienberatung soll dazu beitragen, den Studienerfolg zu verbessern. Weitere attraktive internationale Studienangebote sind geplant.
Neben der fachlichen Entwicklung möchte das Dekanat das Gemeinschaftsgefühl stärken. Die Studierenden sollen sich am Fachbereich und an der TH Lübeck zu Hause fühlen, den Campus aktiv mitgestalten und sich mit ihrer Hochschule identifizieren. Eine lebendige Studienumgebung soll so auch zum Studienerfolg beitragen.
Neu gewählte Dekanin im Fachbereich Elektrotechnik und Informatik ist Prof. Dr. Monique Janneck. Die Prodekane sind Prof. Dr. Menno Heeren und Prof. Dr. Sebastian Berndt.




