Bei bestem Herbstwetter wurden die ersten Arbeiten für den neuen KlimaGarten erledigt. Initiatorin des Projekts ist Professor Dr. Nadine Buczek, Leiterin des Labors für Energiematerialien, das im Solarhaus auf dem TH Lübeck Campus ansässig ist. Zusammen mit Studierenden, die sich freiwillig am Projekt beteiligten, wurden jetzt rund um das Solarhaus Hochbeete aufgebaut, befüllt und mit sogenannten Zeigerpflanzen bestückt. Mit diesem Garten soll der bestehende meteorologische Datenschatz um eine biologische Langzeitbeobachtung erweitert werden.
Ein phänologischer Garten ist ein Ort, an dem Forschende und Interessierte beobachten können, wann bestimmte Pflanzen im Jahresverlauf typische Entwicklungsphasen erreichen – etwa wann sie ihre ersten Blätter entfalten, blühen oder Früchte tragen. Da diese Zeitpunkte unter anderem von den Temperaturen und den Witterungsbedingungen abhängen, können sie Hinweise auf Veränderungen des Klimas geben.
An der TH Lübeck soll der Klimawandel sichtbar gemacht werden
Werden die Beobachtungen über viele Jahre hinweg systematisch dokumentiert, lassen sich langfristige Verschiebungen im jahreszeitlichen Rhythmus der Pflanzen erkennen. Ein phänologischer Garten macht den Klimawandel damit anhand konkreter Naturbeobachtungen nachvollziehbar und kann zugleich dazu beitragen, seine Auswirkungen auf die Umwelt besser zu verstehen. Für die Technische Hochschule Lübeck bietet ein phänologischer Garten mit ausgewählten Zeigerpflanzen die Möglichkeit, den Klimawandel auf dem Campus unmittelbar sichtbar und wissenschaftlich nachvollziehbar zu machen.
Zusätzliche Daten für Forschung und Lehre an der TH Lübeck
Das Solarhaus der TH Lübeck verfügt bereits über eine langjährige meteorologische Messinfrastruktur. Wetter- und Strahlungsdaten werden am Standort seit 2001 digital erfasst. Über mehr als zwei Jahrzehnte ist damit ein wertvoller Datenschatz für Lehre und Forschung entstanden.
Erfasst werden unter anderem Lufttemperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Windgeschwindigkeit und Windrichtung sowie direkte und globale Solarstrahlung. Die aktuellen Messwerte werden über die vom Labor für Energiematerialien neu entwickelte und aufgesetzte Campus-Wetterseite öffentlich zugänglich gemacht. Mit dem KlimaGarten soll dieser bestehende meteorologische Datenschatz um eine biologische Langzeitbeobachtung erweitert werden.
Studierende der TH Lübeck erarbeiten langfristiges Konzept
Der KlimaGarten wird unmittelbar in die Hochschullehre eingebunden. Studierende des Studiengangs Umweltingenieurwesen und -management erarbeiten im Modul Regenerative Energien im Wintersemester 2026/27 wesentliche Teile der fachlichen und digitalen Konzeption.
Die Zeigerpflanzen und ihre Zuordnung zu den zehn phänologischen Jahreszeiten bilden den fachlichen Ausgangspunkt. Die Studierenden entwickeln geeignete Beobachtungskriterien und Dokumentationsstrukturen, recherchieren die Inhalte für Informationstafel und Pflanzenschilder und konzipieren QR-Codes und digitale Pflanzenseiten mit Steckbriefen, Entwicklungsphasen und Fotografien.
Den Klimawandel sichtbar machen – auch für Besucher*innen
Herzstück des KlimaGartens wird eine zentrale Informationstafel zur klimawandelbedingten Verschiebung der zehn phänologischen Jahreszeiten. Die Schautafel soll an einem gut sichtbaren und frequentierten Standort im Umfeld des Solarhauses platziert werden, an dem sie Aufmerksamkeit erhält und zugleich zum Entdecken des KlimaGartens einlädt.
KlimaGarten erhält Förderung der Stiftung der Technischen Hochschule
Für die Umsetzung dieses Projektes erhielt das Labor für Energiematerialien nun eine Förderung der Stiftung der Technischen Hochschule Lübeck. So können unter anderem Pflanzenschilder, Niederschlags- und Bodentemperatursensoren einschließlich Anschlussmaterialien und Tropfschläuche angeschafft werden, um den KlimaGarten bestmöglich auszustatten.
Bisher erstreckt sich der KlimaGarten auf den Bereich rund um das Solarhaus. Perspektivisch könnte er sich aber auch auf den Rest des Campus ausbreiten. Eine zukünftige Erweiterung würde ebenfalls unter der Leitung von Nadine Buczek laufen, die damit eine nachhaltige und langfristige Möglichkeit schaffen möchte, reale Daten zu erheben. So entsteht ein Reallabor für Klima- und Vegetationsbeobachtung unmittelbar auf dem Campus.







