Rekordzahl weiblicher Gründerinnen: Wie femCycle Zyklusbeschwerden mit einer medizinischen App adressiert

So viele Frauen gründen, wie noch nie zuvor. Das geht aus dem aktuellen Women Entrepreneurship Monitor 24/25 hervor. Carina Seliger und ihr Team von femCycle gehören mit ihrem Start-up für eine medizinische App gegen Zyklusbeschwerden dazu. Über das Start-up und ihren persönlichen Weg zum Erfolg.

Drei Frauen sitzen auf einer Bank in einem Raum von vielen großen grünen Pflanzen umgeben

Die drei Co-Founderinnen Mahja Sarschar, Carina Seliger und Svenja Gallasch. Foto: femCycle

Jahrelang kämpfte Carina Seliger mit Zyklusbeschwerden, wurde nicht ernst genommen. Bis sie dann 14 Jahre später die Diagnose Endometriose bekam – mehr durch Zufall als genaues ärztliches Hinschauen. Damit ist Seliger nicht allein. Im Schnitt dauert es circa zehn Jahre bis Betroffene ihre Diagnose bekommen. 

Aus der Leidens- wird eine Erfolgsgeschichte 

Lange standen für Seliger nur wenige Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Ich wollte mich nicht zwischen der Behandlung mit der Pille und all ihren Nebenwirkungen für mich oder einem Leben voller Beschwerden entscheiden, sagt Seliger. Daher habe sie eine Weiterbildung in ganzheitlicher Frauengesundheit gemacht und konnte mit dem neuen Wissen ihre Beschwerden selbst reduzieren und die Lebensqualität enorm verbessern. 

Die Idee für die App femCycle entstand. Die medizinische App soll es Menstruierenden ermöglichen ihre Beschwerden individuell zu lindern und adressiert dabei nicht nur Regelschmerzen, sondern auch weitere Zyklusbeschwerden wie psychische Verstimmungen, Schlappheit, Müdigkeit sowie Kopf- und Rückenschmerzen. Außerdem wird sie Unterstützung bei gynäkologischen Erkrankungen wie Endometriose, dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) und der prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS) bieten. 

Seliger arbeitet gemeinsam mit ihren Co-Founderinnen Svenja Gallasch und Mahja Sarschar an der Umsetzung der App. Svenja Gallasch ist Gesundheitswissenschaftlerin und beschäftigt sich seit ihrem Studium mit gynäkologischer Gesundheit. Mahja Sarschar studierte Computer Science und bringt ihre technische Expertise ins Team ein. Yuliia Romaniuk betreut femCycle als UX und UI-Designerin. 

EXIST Gründungsstipendium 

Unterstützung hat das Team in ihrem Mentor Prof. Folker Spitzenberger von der TH Lübeck gefunden, einem ausgewiesenen Experten im Bereich der Regulatorik rund um Medizinprodukte. Weitere Unterstützung bekam das Team über den GründerCube. Mit Erfolg: femCycle hat es geschafft das EXIST Gründungsstipendium zu bekommen und wird noch bis Ende Juni 2026 mit 133.000 Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Derzeit arbeiten die drei Co-Founderinnen noch am Prototyp der App und an der Zulassung als Medizinprodukt. Das Ziel ist es, die App im Mai zum Internationalen Aktionstag für Frauengesundheit auf den Markt zu bringen.

Gründungen von Frauen 2024

Im Jahr 2024 waren 8,5 Prozent der 18- bis 64-jährigen Frauen in Deutschland dabei, ein neues Unternehmen zu gründen oder haben während der letzten dreieinhalb Jahre ein Unternehmen gegründet. Das geht aus dem Women Entrepreneurship Monitor 24/25 hervor. Es ist die höchste Gründungsquote von Frauen, die hierzulande in den letzten 20 Jahren im Rahmen des Global Entrepreneurship Monitor gemessen wurde. Die Publikation findet sich auf der Seite des RKW

Gründungsberatung an der TH Lübeck 

Beim GründerCube, der gemeinsam von der Universität zu Lübeck und der TH Lübeck auf dem Hanse Innovation Campus Lübeck betrieben wird, bekommen Gründungsinteressierte eine niedrigschwellige Beratung.