Mikroorganismen gegen Fettberge

Kooperation zwischen dem Centrum Industrielle Biotechnologie der TH Lübeck und Unternehmen untersucht mikrobiellen Abbau von Ablagerungen in Kanalnetzen.

Sechs Personen in weißem Kittel laufen durch ein Labor

Eine Labortour am Centrum Industrielle Biotechnologie gab direkte Einblicke in den Versuchsaufbau und die laufenden Arbeiten. Foto: TH Lübeck

 Drei Frauen in weißem Kittel mit Sicherheitsbrillen in einem Labor

Die Projektpartner diskutierten über die Planung und Gestaltung der Modellbersuchsanlage. Foto: TH Lübeck

Auf dem Bild sind sieben Personen in einem Labor in weißen Kitteln zu sehen

Beim 1-jährigen Fortschrittsmeeting kamen alle Partner des Projekts MAAKOMal zusammen. Foto: TH Lübeck

Eine Frau in rotem Hemd zeigt Ergebnisse in einer Power Point

Die wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Dr. Jyoti Sharma zeigt Beobachtungen aus dem Lübecker Kanalsystem. Foto: TH Lübeck

Eine Frau in grauem Pulli und Hemd zeigt Ergebnisse auf einer Power Point

Nethra Machamada Deviah (M.Sc.) gibt einen Einblick in die Experimente, die bisher durchgeführt wurden. Foto: TH Lübeck

Veronika Hellwig, Professorin für Analytische Chemie und Instrumentelle Analytik und Dagmar Willkomm, Professorin für in-vitro-Diagnostik und Mikrobiologie haben erfolgreich eine mehrjährige Förderung für das Forschungsprojekt MAAKOMal – Mikrobieller Abbau von Ablagerungen im Kanalnetz – Optimierung in Modellversuchsanlage eingeworben. Bis 2027 bearbeiten sie zusammen mit den Biotechnologinnen Jyoti Sharma (Ph.D.) und Nethra Machamada Deviah (M.Sc.) das Projekt am Centrum Industrielle Biotechnologie (CIB) der TH Lübeck - in enger Kooperation mit der Firma ABiTEP GmbH aus Berlin und den Entsorgungsbetrieben Lübeck.

Fettablagerungen im Kanalnetz verursachen hohe Sanierungskosten

Haushalte und Gewerbe leiten tagtäglich fetthaltiges Abwasser ins Netz. Kanalwände und Leitungen werden von diesem Fett überzogen – bis hin zu hausgroßen Fettbergen. Vor einigen Jahren gingen Bilder von riesigen Fettbergen aus dem Londoner Kanalnetz um die Welt. Das Problem besteht nicht nur in London – weltweit haben Kanalnetzbetreiber regelmäßig damit zu kämpfen. 

Verstopfte, stinkende Kanalnetze und beschädigte Rohre sind die Folgen. Die Kanalnetzbetreiber müssen die Netze energie- und kostenintensiv sanieren. Die hierbei eingesetzten Chemikalien gelangen ins Kanalnetz und damit in die Umwelt.

Mikroorganismen gegen Fettberge 

Es gibt bereits mikrobiologische Zusatzstoffe im Handel, die gegen fetthaltige Ablagerungen und Verstopfungen im Haushalt eingesetzt werden. Allerdings fehlen bisher wissenschaftliche Untersuchungen, die als Grundlage vor dem Einsatz in Kanalnetzen benötigt werden, sagt Veronika Hellwig, Sprecherin des Kompetenzzentrums CIB.

Neue Modellversuchsanlage entwickeln und in der Praxis testen 

In enger Absprache mit den beiden Kooperationspartnern wird im CIB eine Modellversuchsanlage im Labormaßstab entwickelt und aufgebaut, die typische Problembereiche im Kanalnetz abbildet. In dieser Anlage soll der Einsatz von mikrobiologischen Zusatzstoffen systematisch untersucht und erprobt werden können. Auf welche Art und Weise können die Kanalnetzbetreiber derartige Zusatzstoffe einsetzen? Welche Wirkung zeigen die Stoffe und welche möglichen Begleiteffekte und Rückstände treten auf? Abschließend ist ein Test in einem Kanalnetz vorgesehen, um die Modellversuchsanlage in der Praxis zu überprüfen.

FH Kooperativ: Wissens- und Technologietransfer 

Das Projekt wird durch die Maßnahme Forschung an Fachhochschulen in Kooperation mit Unternehmen (FH Kooperativ) vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt mit 504.000 Euro bis Juni 2027 gefördert. Ziel der FH Kooperativ Förderung ist es, den Wissens- und Technologietransfer zwischen Fachhochschulen und Unternehmen zu stärken, um den Kooperationspartnern die Entwicklung von innovativen Lösungen für die betriebliche Praxis zu ermöglichen.