Projekt: AHEVA

Gegenüberstellung von Laborsituation und Alltagssituationen von Hörgeräteträgern.
Ausführliche Beschreibung anzeigen
Ein Diagramm, das die Bewertung von Hörgeräten im Labor und im Alltag gegenüberstellt.
An der unteren Kante verläuft ein Pfeil von links nach rechts, der die Komplexität der Umgebung darstellt. Links steht "Einfache Szenen", rechts steht "Komplexe Szenen".
Darüber befinden sich zwei sich überschneidende, keilförmige Flächen, die entgegengesetzte Verläufe zeigen:
- Eine blaue Fläche, die links (bei einfachen Szenen) breit ist und nach rechts (zu komplexen Szenen) spitz zuläuft. Sie ist beschriftet mit "Labor" und den Stichpunkten:
- Künstlich
- Reproduzierbar
- Wissenschaftlich nachgewiesener Gewinn durch Hörgerät - Eine grüne Fläche, die rechts (bei komplexen Szenen) breit ist und nach links spitz zuläuft. Sie ist beschriftet mit "Alltag" und den Stichpunkten:
- realitätsnah
- nicht reproduzierbar
- Empfundener Gewinn durch Hörgerät
Das Diagramm visualisiert den Übergang: Während Labortests eher in einfachen, künstlichen und reproduzierbaren Szenen stattfinden, spielt sich der Alltag in komplexen, realitätsnahen, aber schwer reproduzierbaren Szenen ab.
Ziel
Das Ziel des Projektes “Alltagsnahe Hörgeräteevaluation mittels virtueller Akustik (AHEVA)" ist es technische und perzeptive Verfahren zu erforschen, mit denen Hörgeräte sowohl alltagsnah, für Probanden intuitiv, aber dennoch reproduzierbar im Labor evaluiert werden können. Bisherige Untersuchungsverfahren im Labor gelten als wenig alltagsnah, und alternative Feldtests mit Hörgeräten mittels Fragebögen im Alltag sind schlecht reproduzierbar.
In Kooperation mit dem Deutschen Hörgeräte Institut GmbH (DHI) als akkreditierte und herstellerunabhängige Prüfstelle für Hörgeräte, werden in diesem Projekt Alltagsszenen in Form von virtuellen akustischen Umgebungen mittels Multikanal-Lautsprechersystem an der TH Lübeck simuliert. Ein Kernstück des Vorhabens ist die Entwicklung „eingebetteter“ (also sich in die Szene natürlich einfügende) Messverfahren, bei denen die Bewertung aufgrund von natürlich in der Szene vorkommenden alltagsrelevanten Maßen erfolgt, beispielsweise eine Preis-Durchsage an der Supermarktkasse. Hierdurch wird die Hörleistung bzw. die Veränderung der Wahrnehmung durch ein Hörgerät aus einer Alltagssituation abgeleitet, und nicht wie momentan in der Hörgeräteevaluation üblich, Ergebnisse aus Laborsituationen auf den Alltag übertragen. Ein weiteres Kernstück ist die Entwicklung einer technischen Methode, das adaptive Verhalten von kommerziellen High-end Hörgeräten in diesen Alltagsszenen zeitsynchron zu untersuchen. Dies ist wichtig, da High-End Hörgeräte sich zunehmend an die akustische Szene anpassen und die versorgte Hörleistung nur bei Wissen über die Änderung der Signalverarbeitung richtig interpretiert werden kann. Durch die Kombination von technischen und audiologischen Messverfahren werden neue Benchmarks gesetzt, die dabei helfen, die Signalverarbeitung von Hörgeräten langfristig zu verbessern.




