Fachgruppe Bauen im Bestand
Durch die Klimakrise und die daraus folgende Ressourcenanpassung wird die systematische Auseinandersetzung mit dem Gebäudebestand und eine Förderung der Umbaukultur zu einer Notwendigkeit, welche den Fokus auf die Themenschwerpunkte Bauen im Bestand und Baukultur lenkt. Die Vorgaben des 2021 durch die Bundesregierung novellierten Klimaschutzgesetzes sehen bereits bis zum Ende dieses Jahrzehntes, zum Jahr 2030, eine Senkung des Treibhausgas-Ausstoßes um 65% gegenüber dem Jahr 1990 vor. Dies verdeutlicht die Handlungsnotwendigkeit des Bausektors und den Bedarf innerhalb des vorhandenen Gebäudebestand Interventionen zum Zweck des Klimaschutzes umzusetzen.
Nach wie vor ist die Nutzungsdauer von Bauteilen und Neubauten, oftmals wirtschaftlich bedingt, zu gering kalkuliert und geprägt durch zu kurze Zyklen mit hohem Energiebedarf beim Rück- oder Umbau. Eine Berücksichtigung der grauen Energie und der Emissionen ist für die erforderlichen Maßnahmen zur Erreichung der Klimaschutzziele unabdingbar. Mit zunehmender Nutzungsdauer der Gebäude und somit einer Beständigkeit der eingesetzten Materialien, der Funktionalität und der Nutzerzufriedenheit, relativiert sich der Anteil der eingebrachten Primärenergie. Hinsichtlich einer langen Nutzungsdauer spielt die Baukultur, neben den beschriebenen technischen Betrachtungsweisen, eine gleichbedeutende Rolle.
Die Lehrveranstaltungen fokussieren sich auf das historische, methodische und konstruktive Grundlagenwissen, weil darin das zentrale Werkzeug für das Entwerfen im historischen Bestand liegt. Mittels systematischer Analysen wird so ein Verständnis für die architekturhistorische Relevanz des jeweiligen baulichen Kontextes erarbeitet. Denn Architekt/innen arbeiten immer in einem Wechselspiel zwischen analytischer Grundlagenerarbeitung und entwurflicher Umsetzung. In diesem Sinne kann der Entwurf im historischen Baubestand nur auf der Basis architekturhistorischer Kompetenzen erarbeitet werden. Deshalb scheint es wichtig, dass sich die Studierenden mittels systematischer Analyse eines bestehenden Bauwerks ein Instrumentarium erarbeiten, das sie befähigt, eine historisch-typologische und eine architektonische Wertung vorzunehmen.
Links zu den Studiengägen
Prof. Michael Locher Dipl. Arch. ETH SIA BDA
Neubau, Anbau, Umbau, Sanierung – das Bauen im Bestand bewegt sich im Spannungsfeld zwischen der originalgetreuen Rekonstruktion einerseits und der freien Interpretation eines vorhandenen Kontextes andererseits. Wieviel gestalterische sowie konstruktive Konstanz beim Bauen ist notwendig, um unser kollektives, urbanes Gedächtnis zu
bewahren? Gleichzeitig wird auch die Frage gestellt, wieviel Varianz beim kontinuierlichen Weiterschreiben unserer Geschichte notwendig ist, um auf sich verändernde Anforderungen an den Bestand zeitgenössisch reagieren zu können.
Biographie
Nach seinem Masterabschluss in Architektur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich 1996 arbeitete Prof. Michael Locher in der Folgezeit als Projektleiter in einem Berliner Architekturbüro und eröffnete 2001 sein eigenes Planungsbüro in Berlin. Seine unternehmerischen Kenntnisse brachte er in die Gründung einer Architekturpartnerschaft in Bern / Neuchâtel ein. In dieser Konstellation umfasste die Breite der internationalen bearbeiteten Projekte die Sanierung denkmalgeschützter Objekte in Bern bis hin zum Entwurf eines ganzen Stadtgebietes in Peking. Bei der großen Vielzahl seiner Arbeiten standen immer der angemessene und sorgsame Umgang mit vorhandener Bausubstanz kombiniert mit einer zeitgemäßen architektonischen Lösung im Fokus.
Projekte
Erfahrungen mit der Lehre konnte Prof. Locher in Stationen an verschiedenen Hochschulen vornehmlich in der Schweiz sammeln, aber auch international im Rahmen von Kooperationsprojekten mit Hochschulen in Europa, USA oder Japan sowie in einer Gastprofessur an der University for Business and Technology, Prishtina. Die zahlreichen Publikationen und Vorträge über nationale und internationale Projekte, in denen es immer um historische Analysen im Kontext von Geschichte, Theorie und architektonischer Praxis ging, sind auch Ausdruck von besonderem Forschungsinteresse.
Fachgruppenmitglieder
| Prof.
Michael Locher Dipl. Arch. ETH SIA BDA | |
| Telefon: | +49 451 300 5173 |
| E-Mail: | michael.locher@th-luebeck.de |
| Raum: | E.1 14-2.21 |
Lehrbeauftragter
Dipl.-Ing. Klaus Brendle
Telefon: +49 451 300 5173
E-Mail: klaus.brendle(at)th-luebeck.de
Raum: E.1 14-2.21
Wissenschaftliche Mitarbeit
|
Dipl.-Ing.
Sarah Hantke | |
| Telefon: | +49 451 300 5134 |
| E-Mail: | sarah.hantke@th-luebeck.de |
| Raum: | E.1 14-2.21 |
| Jan Oertling
M.A.
| |
| Telefon: | +49 451 300 5134 |
| E-Mail: | jan.oertling@th-luebeck.de |
| Raum: | E.1 14-2.21 |



