Diese Bedeutung hat das Deutschlandstipendium für Studierende der TH Lübeck

Als sich am 26. März 2026 Studierende, Fördernde und Angehörige der TH Lübeck im Kammermusiksaal der Musikhochschule Lübeck versammelten, stand ein besonderes Förderprogramm im Mittelpunkt, das für viele längst mehr als nur eine finanzielle Unterstützung bedeutet: das Deutschlandstipendium.

Auf dem Bild sind zwei Männer zu sehen, die sich miteinander unterhalten.

Prof. Dr. Jochen Abke (l.), Vizepräsident der TH Lübeck, im Gespräch.

Auf dem Bild sind zwei Musiker zu sehen. Ein Mann spielt an einem Klavier und eine Frau Flöte.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit der Hamburger Sonate von Carl Phillip Emanuel Bach.

Auf dem Bild ist ein Mann zu sehen, der eine Rede hält.

Levent Plate ist Alumnus der TH Lübeck und erzählt von seinem Werdegang bis zum Masterabschluss.

Auf dem Bild sind drei Personen zu sehen. In der Mitte steht der Vizepräsident der TH Lübeck Jochen Abke, links von ihm eine Stipendiatin und rechts die Förderin.

Die Vertreterin des Unternehmens Friedrich Schütt + Sohn Baugesellschaft mbH & Co. KG, Christiana Hönkhaus (r.), zusammen mit Jochen Abke und einer Stipendiatin bei der Übergabe der Förderurkunden.

Mit dem Programm beteiligt sich die Technische Hochschule Lübeck an einem bundesweiten Förderangebot. Monatlich erhalten die Stipendiat*innen 300 Euro, völlig unabhängig vom Einkommen sowie zusätzlich zum BAföG. Diese finanzielle Unterstützung entlastet dabei ihren Studienalltag, indem es einen Beitrag zur Deckung der Lebenshaltungskosten leistet. Finanziert wird die Förderung jeweils zur Hälfte durch private Fördernde oder Unternehmen und den Bund. In diesem Jahr wurden 75 Studierende gefördert, unterstützt von rund 40 Fördernden. Es geht dabei allerdings nicht einfach um eine Finanzspritze, sondern eben auch um den Austausch, ein Netzwerk und gemeinsame Perspektiven.

Bereits zu Beginn der Veranstaltung wurde die besondere Atmosphäre spürbar. Denn eröffnet wurde der Nachmittag mit der Hamburger Sonate von Carl Phillip Emanuel Bach. Eine Wahl mit besonderer symbolischer Tiefe. Das Werk entstand in einer Phase des Aufbruchs, als Bach in Hamburg neue künstlerische Freiräume fand. Es steht für Veränderung, Eigenständigkeit und den Mut, den eigenen Weg zu gehen. Mit der Förderung des Deutschlandstipendiums befinden sich die Studierenden genau an diesem Punkt: Sie können ihr Studium bewusster gestalten, neue Perspektiven entwickeln und ihren individuellen Weg verfolgen.

Deutschlandstipendium: Mehr als nur finanzielle Unterstützung

Das zeigt sich auch im Werdegang von Levent Plate. Er ist Alumnus der TH Lübeck und wurde mit dem Deutschlandstipendium gefördert. Als erster Studierender seiner Familie begann sein Bildungsweg nicht klassisch auf direktem Weg, erzählt er den Studierenden und Fördernden. Nach seinem Realschulabschluss folgte zunächst die Ausbildung zum Energieelektroniker. Er gründete eine Familie, träumte jedoch fortwährend von einem Studium. 

Der Traum ließ ihn niemals los, Neugierde trieb ihn voran. So entschied er sich mit 47 Jahren für ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der TH Lübeck, wurde Stipendiat und schloss am Ende seinen Master erfolgreich ab. Seine Botschaft lautet: Bildung kennt kein Alter. Dabei betont er, dass seine Förderer während seines gesamten akademischen Weges immer fest an ihn geglaubt und ihn motiviert hätten, so dass er neben der finanziellen Hilfe besonders auch von der emotionalen Unterstützung profitierte. 

TH Lübeck: Lernen kann man in jedem Alter

Die Botschaft von Alumnus Levent Plate schwang auch in der Rede von Professor Dr. Jochen Abke, Vizepräsident der TH Lübeck, mit. Bildung ist keine Frage des Alters, sondern der Erreichbarkeit. Die TH Lübeck möchte im Rahmen von Weiterbildungsprogrammen eben diesen Zugang erweitern – flexible Bildungsangebote für lebenslanges Lernen. 

Im Anschluss an das offizielle Programm wurde beim Get Together noch einmal deutlich, dass die Förderung in beide Richtungen wirkt. Die Vertreterin des Unternehmens Friedrich Schütt + Sohn Baugesellschaft mbH & Co. KG, Christiana Hönkhaus, schilderte beispielsweise die Perspektive eines fördernden Unternehmens: Nicht nur die Stipendiatinnen und Stipendiaten profitieren, sondern auch die Fördernden selbst, denn das Engagement der jungen Menschen sei berührend. ankbarkeit besteht auf beiden Seiten, sagte sie.

Fördernde wollen jungen Menschen Perspektiven aufzeigen

Auch private Fördernde hoben die persönliche Bedeutung hervor. Eine langjährige Unterstützerin berichtete, dass sie sich bewusst und initiativ für die Förderung entschieden habe, um jungen Menschen Perspektiven zu eröffnen. Besonders die Förderung von Studierenden mit Migrationshintergrund sei für sie eine Herzensangelegenheit.

Damit stand die Veranstaltung exemplarisch für das, was das Deutschlandstipendium an der Technischen Hochschule Lübeck auszeichnet: Eine Förderung, die über die rein finanzielle Unterstützung hinausgeht, indem sie durch menschliche Unterstützung erweitert wird und vom persönlichen Austausch lebt.