Wenn Forschung Ländergrenzen überwindet: Projekt PRECISE im Fokus von Dreharbeiten

Etwa zweieinhalb Stunden liegen zwischen der Technischen Hochschule in Lübeck und der Syddansk Universitet (SDU) in Sønderborg, Dänemark. Alltagsprobleme kennen keine Ländergrenzen, also warum sollten diese für Forschung gelten? Genau dafür steht das Förderprogramm Interreg der Europäischen Union, mit dem die Zusammenarbeit im Projekt PRECISE möglich gemacht wurde – zum Abschluss des Projektes standen jetzt sogar Dreharbeiten an.

Drei Menschen bei Dreharbeiten.

Die Deutsche Presse Agentur war zu Gast in Dänemark für Dreharbeiten zum Projekt Precise.

Ein Mann läuft auf eine Kamera zu.

Dreharbeiten der Deutschen Presse Agentur: Manche Szenen müssen mehrfach gedreht werden.

Zwei Menschen sitzen an einem Tisch und werden gefilmt.

Prof Hellbrück und Roana de Oliveira Hansen schauen sich eine Platine genauer an.

Auf einem Tisch liegt eine Platine mit vielen Verkabelungen.

Die TH Lübeck hat sich im Rahmen des Projektes vor allem um die Algorithmen und die KI gekümmert.

Drei Menschen stehen in weißen Kitteln in einem Labor.

Roana de Oliveira Hansen zusammen mit ihrem Team im Labor der SDU.

Professor Hellbrück wird von einer Frau interviewt.

Besuch in Dänemark: Professor Hellbrück im Interview mit der dpa.

Ein interdisziplinäres Team, das über die dänisch-deutsche Grenze hinweg zusammenarbeitet und Fachwissen vereint, um etwas Neuartiges zu schaffen. Im Forschungsprojekt PRECISE geht es dabei um einen Sensor, mit dem es möglich sein soll, die genaue Haltbarkeit von Fleisch und Fisch zu bestimmen. Hintergrund: den Lebensmittelkonsum nachhaltiger zu gestalten und die Mengen an weggeworfenen Produkten zu reduzieren. Denn allein in der deutsch-dänischen Grenzregion entstehen im Jahr rund 48.000 Tonnen an Abfall von Fisch und Fleisch.

Forschungsprojekt PRECISE abgeschlossen

Seit dem 31. März 2026 ist das Projekt nach nun drei Jahren internationaler Zusammenarbeit abgeschlossen. Der Abschlussbericht ist in den letzten Zügen, die Ergebnisse sollen auf anstehenden Konferenzen vorgestellt werden, doch erstmal finden sich einige der Projektmitarbeiter*innen vor einer Kamera wieder. Und bitte, heißt es an diesem Tag in Sønderborg immer wieder. Die Deutsche Presse-Agentur ist zu Gast in der Syddansk Universitet am Mads Clausen Instituttet.

Teil der Dreharbeiten ist auch Professor Horst Hellbrück aus dem Fachbereich Elektrotechnik und Informatik. Die TH Lübeck (Kompetenzzentrum CoSA) verantwortet im Projekt vor allem die Entwicklung eines Algorithmus zur Vorhersage genauer Verfallsdaten sowie die Validierung und Implementierung von KI-Modellen im Endgerät.

Dreharbeiten der Deutschen Presseagentur in Dänemark

Während in den Räumlichkeiten der Universität die Kamera aufgebaut, Einstellungen getestet und einzelne Szenen mehrfach aufgenommen werden, geht der Austausch der Forschenden weiter. Wir haben schon wieder neue Ideen, witzelt Projektleiterin und außerordentliche Professorin am Mads Clausen Instituttet der Syddansk Universitet, Roana de Oliveira Hansen, während eine weitere Szene gedreht wird.

Zusammen mit Horst Hellbrück inspiziert sie die Sensoren, die vor ihnen auf dem Tisch liegen, während die Kamera mal frontal vor ihnen steht, mal über ihren Köpfen schwebt oder für Nahaufnahmen ganz dicht an einzelne Objekte herangeführt wird. Während die beiden Wissenschaftler*innen also eigentlich nur so tun sollen, als ob sie sich unterhalten, entwickeln sich bereits Ideen und neue Ansätze. Forschung lebt durch Austausch, das zeigt sich selbst während eines Drehsettings.

Für die Deutsche Presse-Agentur stehen nicht nur die Projektergebnisse im Mittelpunkt, sondern vor allem die Frage, wie europäische Forschungsförderung funktioniert. Das Projekt PRECISE zeigt dabei beispielhaft, wie Wissenschaftler*innen über Ländergrenzen hinweg an Lösungen für globale Herausforderungen arbeiten.

Die deutsch-dänische Projektarbeit

Im Projekt PRECISE haben insgesamt sechs Partner zusammengearbeitet, um ein Ziel zu erreichen: potenziell 25.000 Tonnen Fleisch und Fisch vor dem Abfall zu retten. Das Team um Roana de Oliveira Hansen von der SDU bringt Erfahrung mit der Entwicklung von Sensoren ein. Das CoSA-Team der TH Lübeck trägt zu den Vorhersagen der Haltbarkeit bei. Das Fraunhofer ISIT in Itzehoe produziert die piezoelektrischen Cantilever. Das dänische Startup AmiNIC bringt Erfahrung im Prototyping ein, verbessert in Zusammenarbeit mit den Partnern die Hardware und führt Updates der Software auf Basis der erhobenen Daten der Partner durch. Weiterhin gehört das Lebensmittelinstitut KIN in Neumünster zum Partnerkreis. Lebensmittelsicherheit ist eine Kernkompetenz des KIN, das mit Referenzen und Sicherheitschecks die Qualitätskontrolle der Messungen vornimmt. Dazu trägt auch die Hochschule Flensburg mit Messungen der Bakterienbelastung von Fischprodukten bei.

Hintergrund zu den Dreharbeiten

Die Interreg-Programme, die aus Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert werden, legen in der Regel großen Wert auf Öffentlichkeitsarbeit. Dabei geht es vor allem um die Vorstellung grenzübergreifender Projekte, aber auch um Dokumentation und Transparenz. Die Deutsche Presse-Agentur stellt daher unterschiedliche Projekte vor, bei denen grenzübergreifende Forschung betrieben wird.

Über Interreg Deutschland-Danmark

Das EU-Förderprogramm Interreg Deutschland-Danmark unterstützt die Weiterentwicklung der deutsch-dänischen Region. In den Jahren 2021–2027 stehen 93,8 Mio. Euro für die Förderung von deutsch-dänischen Kooperationsprojekten zur Verfügung. Die Fördersumme des Projekts PRECISE liegt bei 1,885 Millionen Euro.