Rund 233 Studieninteressierte hatten sich für insgesamt etwa 40 Veranstaltungen angemeldet. Viele davon wurden sogar doppelt angeboten, damit möglichst niemand etwas verpasst. Teilweise kamen ganze Schuljahrgänge auf den Campus, manche nahmen sogar eine längere Anreise auf sich: Eine Studieninteressierte war extra aus Sachsen-Anhalt angereist.
Schon bevor die offizielle Begrüßung im Bauforum begann herrschte Gewusel in und um das Gebäude. Alle, die sich von der Anmeldung in Richtung Eingang begaben, hatten mindestens einen farblichen Kreis auf ihrem Oberteil kleben. Die Sticker zeigten die vier Fachbereiche. Die Gründe, für das Interesse am Campustag waren vielfältig: Wir haben letztes Jahr unser Abitur gemacht und machen gerade ein Gap-Year
, sagte eine junge Frau. Aktuell arbeiten wir, wollen uns hier aber informieren. Denn die TH Lübeck bietet mit BWL den Studiengang, den wir uns ausgesucht haben
, ergänzte ihre Freundin.
Jochen Abke, Vizepräsident der TH Lübeck für Studium und Lehre, machte bei der Begrüßung direkt klar, worauf es ankommt: Stellen Sie viele kluge Fragen, bringen Sie unsere Kolleg*innen zum Nachdenken.
Auf Abke folgten die Dekane der vier Fachbereiche, die noch einmal die Chance bekamen, ihre Studiengänge zu pitchen. Haben Sie schon einmal von KI gehört?
, fragte Manfred Rößle, Dekan im Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften, und erntete damit einige Lacher. In seinem Fachbereich seien die Menschen mit den Antworten rund um KI und mehr.
TH Lübeck: Die Dekane der Fachbereiche sammeln die Studieninteressierten ein
Andreas Schäfer, Dekan im Fachbereich Elektrotechnik und Informatik, nahm die Frage seines Kollegen auf, allerdings mit einem anderen Schwerpunkt: Wer würde es spannend finden, zu wissen, was KI auf gar keinen Fall kann?
Das gehe bei den Kolleg*innen der Elektrotechnik.
Mit Schildern ausgestattet, auf denen deutlich der Fachbereich zu lesen war, lotsten die Dekane die Studieninteressierten in die jeweiligen Gebäude. Im Foyer von Gebäude C.4 konnten Studieninteressierte unter dem Motto EcoXperience beispielsweise erleben, was praxisnahe Forschung bedeutet. Während auf der einen Seite ein Unterwasserroboter gezeigt wurde, konnte auf der anderen Seite mit Virtual Reality experimentiert werden: Oh, ein Fisch
, sagte eine junge Frau, die zwar mitten im Foyer der Hochschule stand, aber vor sich die Unterwasserwelt der Ostsee sah.
TH Lübeck: So kann Technik im Studium genutzt werden
Was hier vor allem zur Unterhaltung gezeigt wurde, hat in der Forschung und Lehre aber einen immer größeren Stellenwert. Es ist möglich, damit Laborversuche nachzustellen
, sagte Prof. Claas Heymann aus dem Bereich Umwelttechnik. Zwischen VR und Roboter schaut eine junge Frau in ein Mikroskop und sieht vor sich die Vergrößerung von Algenkulturen. Tatsächlich ist das ein konkreter Teil der Lehre. Studierende erhalten ein Einweckglas, in dem sie eigene Algen kultivieren. Das Glas wandert zwischen Zuhause und dem Labor hin und her, und mit einem kleinen Budget ist es die Aufgabe der Studierenden, die Kulturen zu pflegen und Daten zu erheben.
Im Fachbereich Elektrotechnik und Informatik ging es derweil technischer weiter. An mehreren Stationen konnten Besucher*innen selbst Technik erleben. Besonders viel Aufmerksamkeit bekam ein sogenannter Cobot: ein kleiner Roboterarm, der mithilfe von KI darauf trainiert wurde, Stifte zu erkennen und aufzuheben. Das funktionierte meistens schon ziemlich gut – auch wenn der Greifer aktuell manchmal noch ein oder zwei Zentimeter danebenliegt. Genau daran wird aber kontinuierlich weitergearbeitet. Der Greifer selbst stammt übrigens aus dem 3D-Drucker.
Daneben demonstrierte eine pendelnde Metallstange, wie Sensorik und Regelungstechnik funktionieren: Sobald die Stange ihre Ausgangsposition verließ, brachte das System sie wieder ins Gleichgewicht. Ein Oszilloskop wiederum machte sichtbar, was normalerweise unsichtbar bleibt – etwa Schwingungen oder Handystrahlung. Hier wurde deutlich: Nicht alles läuft über Software. Vieles beginnt erst einmal mit Hardware, Sensoren und elektrischen Signalen.
Campustag an der TH Lübeck zeigt Einblicke in die Zukunft
Generell zeigte sich beim Campustag vor allem eines: Studieninteressierte wollen nicht nur wissen, welche Inhalte sie im Studium erwarten. Viele möchten verstehen, wie ihre Zukunft später aussehen könnte – und welchen Sinn ihre Arbeit einmal haben kann. Genau dafür bot der Tag viele Gelegenheiten: zum Ausprobieren, Nachfragen und manchmal auch einfach zum Staunen.












