HörHanse Tage 2026 machen die Vielfalt der Hörkompetenz in Lübeck sichtbar
Bereits zur Eröffnung der HörHanse Tage unterstrich Lübecks Bürgermeister Jan Lindenau die Bedeutung des Netzwerks für den Wissenschafts- und Innovationsstandort Lübeck. Die HörHanse zeige beispielhaft, wie unterschiedliche Institutionen ihre Kompetenzen bündeln, um gesellschaftlich relevante Fragestellungen gemeinsam voranzubringen. Im Anschluss nutzte er die Veranstaltung zum Austausch mit Forschenden, Fachleuten und Netzwerkpartnern.
In der HörHanse arbeiten Akteurinnen und Akteure entlang der gesamten Innovations- und Versorgungskette zusammen: Von Ausbildung, zum Studium zur Grundlagenforschung, über die technische Entwicklung bis hin zur klinischen Anwendung.
Auch die Technische Hochschule Lübeck bringt ihre Expertise aktiv in dieses Netzwerk ein. Als Mitglied des HörHanse e. V. engagiert sie sich gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Klinik, Handwerk und Wirtschaft für die Entwicklung innovativer Lösungen rund um das Hören. Mit dem Bachelorstudiengang Hörakustik (B.SC.) und Hörakustik und Audiologische Technik (M.SC) bildet die TH Lübeck zudem Fachkräfte für einen Bereich aus, der an der Schnittstelle von Gesundheit, Technik und Kommunikation angesiedelt ist. Die enge Vernetzung mit Forschungseinrichtungen, Kliniken und Unternehmen bietet Studierenden bereits während des Studiums Einblicke in aktuelle Entwicklungen und innovative Anwendungsfelder.
Aktuelle Forschung und neue Technologien
Das Programm der HörHanse Tage spiegelte die Vielfalt des Themenfeldes wider. In elf wissenschaftlichen Vorträgen wurden aktuelle Entwicklungen aus unterschiedlichen Fachrichtungen vorgestellt. Die Themen reichten von Hörimplantaten und robotergestützter Chirurgie über moderne Hörgeräteversorgung bis hin zu auditiver Wahrnehmung, Musizierendengesundheit und Anwendungen Künstlicher Intelligenz.
Den fachlichen Auftakt gestaltete Prof. Dr. Anke Lesinski-Schiedat von der Medizinischen Hochschule Hannover mit ihrer Keynote „Schwerhörigkeit betrifft alle – vom einfachen Hören bis zum Hirnstammimplantat“. Sie zeigte auf, welche Bedeutung gutes Hören für die gesellschaftliche Teilhabe hat und plädierte für eine größere Akzeptanz und Sichtbarkeit von Hörsystemen.
Forschung zum Mitmachen
Neben den Vorträgen boten vier interaktive Workshops die Möglichkeit, Forschung und Anwendung unmittelbar zu erleben. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in die EEG-Forschung zur Sprachverarbeitung im Gehirn, verfolgten die Live-Programmierung eines Cochlea-Implantats, diskutierten moderne Verfahren der Hörgeräteanpassung und lernten neueste Entwicklungen der Hörgerätetechnologie kennen.
Die praxisnahen Formate förderten den direkten Austausch zwischen Forschenden, klinischen Fachkräften, Studierenden und Anwenderinnen und Anwendern – ein zentrales Anliegen der HörHanse.
Nachwuchsförderung und Vernetzung
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem wissenschaftlichen Nachwuchs. Early Career Forschende präsentierten ihre Arbeiten in einer Postersession und stellten ihre Projekte in kurzen Poster-Pitches vor. Die Vielfalt der Themen zeigte eindrucksvoll, wie breit das Forschungsfeld Hören heute aufgestellt ist und welche Potenziale für neue Kooperationen entstehen.
Auch der zweite Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen des interdisziplinären Austauschs. Diskutiert wurden unter anderem Herausforderungen des Sprachverstehens in geräuschvollen Umgebungen, neue Entwicklungen in der Hörgeräteakustik sowie die neuronalen Grundlagen des Hörens.
Den Abschluss bildete die Keynote von Prof. Dorothea Wendt vom Eriksholm Research Centre. Sie stellte aktuelle Forschungsarbeiten zu Höranstrengung und hörbezogener Ermüdung vor und zeigte auf, wie diese Erkenntnisse künftig in die Entwicklung personalisierter Hörsysteme einfließen können.
Gemeinsam für Innovationen im Bereich Hören
Die HörHanse Tage 2026 haben erneut gezeigt, welchen Mehrwert die enge Zusammenarbeit von Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Kliniken, Bildungseinrichtungen und Unternehmen bietet. Neue Kontakte, Projektideen und Perspektiven für gemeinsame Vorhaben entstanden in Vorträgen, Workshops und zahlreichen Gesprächen.
Sie sind ein gelungenes Beispiel dafür, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit und Wissenstransfer dazu beitragen können, innovative Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu entwickeln und die Zukunft des Hörens aktiv mitzugestalten.
Weitere Informationen
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite HörHanse.






