Junge Menschen begleiten und leiten dürfen
Lebenslanges Lernen und Lehren – selbstbestimmt und agil

Die Arbeit hier ist sehr abwechslungsreich und erfüllend, mir war noch nie langweilig!Prof. Dr. Désirée Ladwig
Mein Weg an die TH Lübeck: Working-Mum in einer verlässlichen, übersichtlichen Struktur

Ich bin neugierig, lerne gern und gebe mein Wissen auch gerne weiter. Professorin war schon immer mein Traumjob. Der Weg zur Professur war aber nicht einfach und geradlinig, sondern führte über viele Stationen. Nach Studium und Promotion in Hamburg habe ich in Unternehmensberatungen gearbeitet, war im öffentlichen Dienst, forschte an der privaten SRH Hochschule in Berlin. 2008 kam ich als Working-Mum – meine Kinder waren damals acht und zwölf Jahre alt – hierher an den Fachbereich Maschinenbau und Wirtschaft der TH Lübeck. Ich habe hier in einer verlässlichen Struktur viel Unterstützung erfahren und konnte so meine Berufung und das Privatleben gut vereinbaren. Als junge Mutter wurde sehr viel Rücksicht auf mich bei der Stundenplangestaltung genommen, jetzt, wo meine Kinder erwachsen sind, nehme ich dafür gerne die nicht so beliebten Zeiten am Freitag und auch am Wochenende. Es war und ist ein Geben und Nehmen.
Meine Aufgaben: Lehre, Forschung, Kontakte und immer wieder Wandel
18 Semesterwochenstunden Vorlesungen sind nicht wenig. Die Vorlesungen müssen zudem jedes Jahr überarbeitet, aktualisiert und neu angepasst werden, da habe ich schon viel Wandel erlebt. Ich bin ein Fan von Gamification und leite u.a. auch das Unternehmensplanspiel TOPSIM. Die Teilnehmenden übernehmen Leitungsfunktionen in einem simulierten Unternehmen und lernen spielerisch alle wichtigen Funktionen eines Unternehmens kennen, z.B. Buchhaltung, Controlling, Preiskalkulation, Personalplanung, Produktionsplanung und Einkauf etc. In unser Projektwoche, die wir seit vielen Jahren zusammen mit den anderen Fachbereichen organisieren, dürfen wir uns ausprobieren und entwickeln z.B. mit den Studierenden neue Ideen, die dann wieder in unsere Lehre einfließen.
Meine zweite Leidenschaft gilt der Forschung im Bereich Female Entrepreneurship, Work 4.0, neue, ganzheitliche Führungskonzepte und Chancengleichheit.
Im Netzwerk Genderdax – einer von der Praxis und Wissenschaft gestalteten Community - beschäftigen mich vor allem die Themen: Gender und Diversity, Chancengleichheit.
Das Institut für Entrepreneurship und Business Development (IEBD) leite ich zusammen mit meinem Kollegen Dennis Kolberg und wir forschen in einem Team von Kollegen zu verschiedenen innovativen Aspekten des Gründungsmanagements.
Meine Motivation: Neues Lernen, Erfahrung weitergeben
Die Arbeit hier ist sehr erfüllend und ich habe mich noch nie gelangweilt! Ich muss und darf hier meine Arbeit selbst organisieren. Ich bekomme sogar Geld dafür, dass ich mich immer wieder in neue Themen einarbeiten darf und ich liebe es, mit jungen Menschen zusammenzuarbeiten. Mein Kollegium ist sehr sachlich und kooperativ, viele schauen über den Tellerrand hinaus. Die verlässlichen Strukturen sind ideal, ich habe zum einen viel Freiheit und gleichzeitig viel Sicherheit. Ich habe viel bekommen und gebe jetzt z.B. im Mentoring-Programm Prof:Me der THL gern meine Erfahrungen weiter.
Mein Team: One-Woman-Show, Forschungs-Teams und Ausschüsse
Vom 10er Kernteam bis zur One-Woman-Show durfte ich je nach Thema und Forschungsbudget alle Teamvariationen ausprobieren. Wir haben hier eine relativ flache Hierarchie. Die Kultur hat sich in den letzten Jahren verändert, das berufliche Du ist sehr verbreitet. Ich arbeite auch immer wieder in neuen Gruppen, denn neben Forschung und Lehre nimmt die Selbstverwaltung der Hochschule viel Raum ein. Als Mitglied in verschiedenen Senatsausschüssen (Forschung& Transfer, Gleichstellung) kann ich die Hochschule aktiv mitgestalten. Besonders wichtig ist mir auch die Mitarbeit in einer Reihe von Berufungsausschüssen. Wir legen bei der Auswahl neuer Professorinnen und Professoren vor allem Wert darauf, dass die Persönlichkeit zu uns passt. Professorinnen an einer THL sind Lernbegleiterinnen, die einzigartigen Menschen Impulse geben, damit sie Entscheidungen für ihr eigenes Leben treffen können.
Mein Arbeitsalltag: Abwechslungsreich!
Der Alltag ist jeden Tag anders und sehr abwechslungsreich! Vorlesungen, Seminare, Forschung, Ausschüsse, Auslandsreisen… Ich kann mich auf geordnete Strukturen verlassen, habe aber auch viel Gestaltungsfreiheit.
Das Thema Chancengerechtigkeit war und ist mir immer ein Herzensanliegen. Deshalb war mir die Konzeption und der Aufbau des Career Development-Center an der TH Lübeck damals vor vielen Jahren besonders wichtig. Es begann mit Engagement und Unterstützung für Frauen, hat sich aber mittlerweile weiterentwickelt, verschiedene Gruppen unter dem Motto diversity, inclusion, equity & belonging zusammenzuführen. Da hat sich in den letzten Jahren viel bewegt. Durch den Einsatz von KI im Bewerbungsverfahren sind wir jetzt aber an einem Punkt angekommen, an dem wir aufmerksam sein müssen, durch die KI nicht neue Diskriminierungen zu schaffen. Ich arbeite mich also wieder einmal! – neu in ein sehr spannendes Thema ein
Mein Arbeitsplatz: Vor Ort, mobil, national, international

Ich praktiziere mobiles Arbeiten seit mehr als 30 Jahren: Büro, Homeoffice, remote, vor Ort, unterwegs, national, international. Ich muss und darf mir hier seine Arbeit selbst organisieren. Für Besprechungen treffe ich mich gern im Strandkorb in der Campus-Suite mitten auf dem Campus.
Regelmäßig arbeite ich auch als Kurzzeitdozentin im Ausland: Die TH Lübeck bietet ihren Dozierenden im Rahmen verschiedener internationaler Austauschprogramme, wie beispielsweise Erasmus+ und dem DAAD, die Möglichkeit, als Flying Faculty im Ausland zu lehren. Ich habe daher schon Vorlesungen in vielen Ländern gehalten: Milwaukee/USA, La Rochelle/Frankreich, Vilnius/Litauen. Besonders interessant waren Hangzhou/China und Shanghai/China. Gern weite ich auch regelmäßig meinen Horizont bei Vorträgen auf internationalen Tagungen, z.B. EURAM,EBES oder EuroMED.
Meine Stadt: Lübeck ist ein Geschenk
Lübeck ist meine Wunschstadt. Ich liebe Marzipan. Die wunderschöne, mittelalterliche Hansestadt hat so viele Vorzüge. Lübeck ist überschaubar, man kennt sich oder lernt sich schnell kennen und es hat eine faszinierende Historie. Es gibt gute berufliche Netzwerke, in denen man kooperativ zusammenarbeiten und die Region voranbringen kann. Unsere Studierenden haben eine geringe Mobilitätsbereitschaft, weil es hier so schön ist und die Rahmenbedingungen einfach passen. Lübeck ist ein Geschenk!



