Mischung aus Erfahrung und Aufbruch
Junge Menschen für die Forschung begeistern

Ich habe hier viel Gestaltungsspielraum. Die Messlatte für Qualität ist hier nicht finanzieller Gewinn, sondern gesellschaftlicher Nutzen.
Janina Mahncke
Mein Weg an die TH Lübeck: Vom aufregenden Job zur Arbeit mit Sinn!
Nach meinem Studium in Heide bin ich direkt ins Berufsleben gestartet – ein Abschnitt, der mir viel Freude gemacht hat. Ich habe dort viel gelernt, international gearbeitet, viele unterschiedliche Menschen getroffen und viel reisen dürfen, was meinen Blick sehr erweitert hat.
Irgendwann kam der Wunsch nach Veränderung – nicht aus Unzufriedenheit, sondern aus dem Gefühl, dass etwas Neues entstehen darf. Also bin ich meinem Bauchgefühl gefolgt, habe meinen Job gekündigt und bin zurück nach Lübeck gegangen.
Seit 2003 arbeite ich an der TH Lübeck, die für mich längst mehr ist als ein Arbeitsplatz. Hier bin ich beruflich wie persönlich angekommen – mit vielen spannenden Aufgaben, Begegnungen und Entwicklungen. Lübeck ist meine Heimat, und genau diese Mischung aus Beständigkeit und Veränderung schätze ich sehr.
Meine Aufgaben: Junge Menschen für die Wissenschaft begeistern
Ich habe im Grunde zwei berufliche Schwerpunkte, die mit beide zugleich sehr viel Freude machen und sich für mich sehr gut ergänzen: Ich arbeite im Fachbereich Maschinenbau und Wirtschaft und bin gleichzeitig stellvertretende Leitung des Junior-Campus – der MINT-Nachwuchsförderung unserer Hochschule.
Im Fachbereich unterstütze ich in der Lehre, bin für Berufs- und Studienorientierung sowie Öffentlichkeitsarbeit zuständig, begleite Fachmessen und betreue den technischen Teil unserer Wirtschaftssimulation.
Den Junior-Campus durfte ich von Beginn an mit aufbauen. Heute, 20 Jahre später, macht mich das sehr dankbar: Aus ersten kleinen Angeboten ist ein lebendiges Programm mit rund 600 Veranstaltungen im Jahr geworden. Gemeinsam mit einem kleinen Team erreichen wir etwa 14.000 Kinder, Jugendliche und Familien – manchmal forschen sogar Großeltern gemeinsam mit ihren Enkeln.
Unser Antrieb ist klar: junge Menschen für Wissenschaft zu begeistern. Neben der Organisation gehören für mich auch Netzwerke, Fundraising und die Weiterentwicklung des Programms dazu – alles, was diese Arbeit möglich macht.
Was mir besonders wichtig ist: die Vielfalt der Aufgaben – und die Menschen, mit denen ich sie gestalten darf. Diese Mischung aus Entwicklung, Vertrauen und Begeisterung macht meine Arbeit für mich jeden Tag besonders.
Meine Motivation: Gestaltungsspielraum bei sinnstiftender Tätigkeit
Der Unterschied zu meiner früheren Arbeit in der Wirtschaft ist für mich klar: Hier habe ich deutlich mehr Gestaltungsspielraum und mehr Freiheit in dem, was ich tue. Und vor allem steht nicht der finanzielle Erfolg im Vordergrund, sondern der gesellschaftliche Nutzen.
Das passt sehr gut zu mir. Ich mag die abwechslungsreiche Arbeit, die vielen unterschiedlichen Menschen und das Gefühl, wirklich etwas Sinnvolles zu gestalten. Nach über 20 Jahren an der TH Lübeck habe ich den Wechsel nie bereut – ich gehe immer noch gerne zur Arbeit.
Besonders schätze ich das Miteinander: viele verschiedene Perspektiven, neue Ideen und ein ständiges Weiterentwickeln im gemeinsamen Tun. Es gibt keine starren Teamgrenzen, dadurch entstehen immer wieder neue Konstellationen und frische Impulse. Diese Offenheit und Vielfalt machen meine Arbeit für mich bis heute besonders sinnstiftend.
Mein Arbeitsalltag: Jeder Tag eine neue Wundertüte
Mein Arbeitsalltag ist eigentlich keiner im klassischen Sinne – eher eine tägliche Wundertüte. Durch die vielen unterschiedlichen Aufgaben ist kaum ein Tag wie der andere.
Ich plane zum Beispiel eine Veranstaltung mit Schulklassen oder Studierendengruppen sehr genau – und dann passiert einfach das Leben dazwischen. Früher hätte mich das vielleicht gestört, heute finde ich genau das spannend. Ich habe gelernt: Chaos bedeutet oft Bewegung und Energie. Und solange etwas in Bewegung ist, kann man gestalten und verändern.
Dann bin ich im Gespräch mit Lehrkräften, Professorinnen oder Kolleginnen, … organisiere um, entwickle neue Formate oder spreche mit Menschen aus Wirtschaft und Politik. Ich schreibe Anträge, suche Förderer – und gleichzeitig gilt immer: nach der Veranstaltung ist vor der Veranstaltung.
Im Junior-Campus z. B. können das auch mal fünf Veranstaltungen sein, die an einem Tag parallel für unterschiedliche Zielgruppen – von der Grundschule bis zur Sekundarstufe II – laufen, dazu kommen Sonderformate oder Fortbildungen. Abwechslung ist hier kein Ausnahmezustand, sondern ganz normaler Alltag.
Und genau das macht für mich den Reiz aus: diese Lebendigkeit, dieses ständige Weiterdenken und die Möglichkeit, Dinge immer wieder neu zu gestalten.
Mein Arbeitsplatz: Überall da, wo Menschen sind
Mein Arbeitsplatz ist eigentlich überall dort, wo Menschen sind, die etwas bewegen wollen. Das kann mein Schreibtisch sein, der Campus, die Stadt oder auch die Region. Ich versuche dort zu sein, wo Projekte entstehen und Ideen umgesetzt werden können – nicht nur in Lübeck, sondern manchmal auch in Lauenburg, Stormarn oder Kiel.
Besonders schön ist für mich der Sommer: Dann arbeite ich auch gern mal mit Laptop und Telefon im freien auf dem Campus, mitten im Studien- und JuniorCampus Trubel, mitten im Leben. Während Studierende und Kolleg*innen zur nächsten Vorlesung/zum nächsten Termin eilen und die Kinder/Jugendlichen die Pause im JuniorCampus genießen, wird hier gearbeitet, gelacht und gesprochen – genau diese Mischung mag ich sehr.
Ich schätze diese offenen Orte auf dem Campus, an denen Begegnungen einfach entstehen. Die Wiese im Zentrum des Campus ist für mich so ein Ort – lebendig, unkompliziert und mitten im Geschehen. Und das Café Bits & Bytes gehört für mich genauso dazu: kurz rauskommen, austauschen, weitermachen. Diese Mischung aus Arbeit, Menschen und Bewegung macht meinen Arbeitsplatz für mich besonders.
Meine Stadt: Wasser, Wind und Weite und ganz viel Wir
Lübeck ist meine Stadt. Hier bin ich groß geworden, habe Handball gespielt, mich sozial engagiert, in der Gastronomie gearbeitet und war lange im VfB und beim TuS Lübeck aktiv. Auch wenn ich viel gereist bin sowie dies immer noch tue – ich bin immer ein echtes „Lübsche Kind“ geblieben. Ohne das Meer geht für mich sowieso nichts.
Ich mag diese Stadt mit all ihren Ecken und Kanten, ihren schönen und manchmal auch rauen Seiten. Lübeck hat Charakter und Geschichte – eine besondere Mischung aus Schönheit und Bodenständigkeit, egal ob bei Sonne, Nebel oder Wind. Genau das macht für mich ihren Charme aus.
Sehr gern bin ich am Kanal unterwegs, oft starte ich an der Drehbrücke. Von dort kann man wunderbar einmal rund um die Stadt laufen, unterwegs in kleinen Cafés pausieren und die besondere Atmosphäre genießen. Auch die Wallhalbinsel mit ihren alten Schuppen ist für mich etwas ganz Besonderes – das gibt es so nur hier.
Und dann ist da natürlich die Ostsee: Weite, Wind und Wasser gehören für mich einfach dazu.
Was ich an Lübeck besonders schätze, ist dieses Miteinander – dass „Wir“ in der Stadt, die Offenheit und Vielfalt. Lübeck bietet für mich alles, was es braucht, um sich wirklich zuhause zu fühlen.



