Neue Ortskerne, Dachgeschossdecken und Asphalt-Innovationen
Am 22. Januar 2026 wurde die Ausstellung feierlich eröffnet und der Studienerfolg von 100 Bau-Absolvent*innen gefeiert. Sie kann noch bis zum 30. Januar im Bauforum der Technischen Hochschule (TH) Lübeck besucht werden. Der Eintritt ist frei.
Würdigung und Ausblick auf einen neuen Studiengang
Präsidentin Muriel Helbig eröffnet die Veranstaltung und betont: Was hier nach dem Studium auf die Beine gestellt wird, ist einzigartig.
Eine freudige Botschaft bringt Bauwesen-Dekan Sebastian Fiedler mit: Nach langen Vorarbeiten wird voraussichtlich 2027 der neue Masterstudiengang Nachhaltige Gebäudetechnik anlaufen. Doch das sei noch Zukunftsmusik, dieser Abend solle ganz den Absolvent*innen gehören: Heute wollen wir feiern, dass Sie Ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben!
Und auch Jan Christian Janßen, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbands Schleswig-Holstein und des Wirtschaftsverbands Bau-Nord, würdigt die Leistungen der Absolvent*innen und verspricht: Seien Sie versichert, die Baubranche steht hinter Ihnen.
Dabei betont er insbesondere die Möglichkeiten zur Unternehmensgründung und -übernahme.
Auszeichnungen für besondere Leistungen bei Straßen- und Brückenbau
Im Rahmen der feierlichen Veranstaltung erfolgte die Verleihung der Preise der Vereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure Schleswig-Holstein. Ausgezeichnet wurden Abschlussarbeiten, die innovative Beiträge zu Themen des Straßen- und Brückenbaus leisten. Voraussetzung ist dabei entweder ein Wohnsitz der Absolvent*innen in Schleswig-Holstein oder das Studium an einer Hochschule im Land.
Die Preisträger*innen des Jahrgangs 2025 sind:
- 1. Preis: Annabel Grust mit der Arbeit Untersuchung möglicher Anwendungen von nichtmetallischer Bewehrung zur CO2-Reduzierung bei Infrastrukturbauwerken (HAW Kiel), dotiert mit 500 Euro
- 2. Preis: Tobias Mertens für seine Abschlussarbeit Alterungsbeständigkeit von Bitumen-Additiv-Gemischen für viskositätsveränderte Asphalte (TH Lübeck), dotiert mit 300 Euro
- 3. Preis: Noreen Hamer für ihr Werk Entwurf eines dauerhaften Ersatzneubaus einer bestehenden Fuß- und Radwegbrücke über den Mettenhofzubringer in Kiel unter besonderer Berücksichtigung einer minimalen CO2-Emission (HAW Kiel), dotiert mit 200 Euro
Die Preise wurden von Peter Bender, dem Vorsitzenden der Vereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure Schleswig-Holstein, übergeben. Mit dieser Auszeichnung wird das Engagement junger Absolvent*innen für nachhaltige, sichere und moderne Verkehrsinfrastruktur gewürdigt. Die prämierten Arbeiten zeigen beispielhaft, wie das Know-how von Absolvent*innen dazu beiträgt, den Fortschritt im Bereich Straßen- und Brückenbau voranzutreiben und neue Impulse für die Region zu setzen.
Anekdoten aus dem Studium
Ein Highlight einer jeden Absolvent*innen-Veranstaltung ist, wenn die Graduierten selbst das Wort erhalten: Über mein Campusleben hinweg konnte ich die interessanten Projekte bestaunen, die jeder Baustudi in den ersten Wochen erstellt hat. Geschichtete Lehmsäulen mit Witterungsverlauf, kreative Insektenhotels und mein ‚Wenn ich nochmal Kompaktwoche könnte‘-Favorit, die Pizzaöfen mit anschließender Backprüfung und Verkostung…
, erzählt Lea Kröpelin, frisch gebackene Bauingenieurin, von der Anfangsphase ihres Studiums. Neben den Einblicken in das Studium, gab es unterhaltsame Anekdoten, viel Lob für den örtlichen Kioskbetreiber und ein bisschen plattdeutsche Poesie. Sie können die vollständige Rede von Lea Kröpelin online nachlesen.
Vielseitige und praxisorientierte Projekte
Stadtplanung mit Weitblick: Entwicklungskonzepte für einen lebendigen Ortskern
Levi Richter hat Stadtplanung im Bachelor an der TH Lübeck studiert. In seiner Bachelorarbeit hat er sich intensiv mit dem Kernort der Gemeinde Stockelsdorf beschäftigt und dabei ein Entwicklungskonzept entworfen. Eine besondere Herausforderung lag darin, den dicht bebauten Ort trotz wachsender junger Bevölkerung und hoher Versorgungsfunktion attraktiv zu gestalten. Levi Richters Lösungsansatz setzt auf die Umgestaltung des zentralen Platzes zu einem lebendigen Treffpunkt sowie auf eine ausgewogene Verkehrsplanung, die sowohl Bewohner*innen als auch Besucher*innen gerecht wird.
Zwischen Geschichte und Zukunft: Ein Dorf lebt auf
Mit dem Zusammenleben im Dorf hat sich Lea-Marie Krause beschäftigt. Die Absolventin des Bachelorstudiengangs Architektur, hat sich in ihrer Abschlussarbeit einem ganz besonderen Ort gewidmet: dem Dorf Groß Grönau, das direkt an Lübeck angrenzt. Ihr Konzept Zwischen Salzstraße und Dorfstraße zeigt, wie durch neue Wohnangebote für Einpersonenhaushalte und einen wiederbelebten Gemeinschaftsort alte Dorfstrukturen gestärkt werden können. Im Mittelpunkt steht dabei, wie wichtig Treffpunkte für das Zusammenleben sind – und wie individuelle Lösungen Dorf- und Stadtleben bereichern können.
Energetische Sanierung für das eigene Elternhaus
Das eigene Elternhaus hat Jannik Siemons, Absolvent des Nachhaltige Gebäudetechnik, unter die Lupe genommen. Dabei untersuchte er, wie sich ein Reihenhaus aus dem Baujahr 1969 energetisch und wirtschaftlich sinnvoll sanieren lässt. Sein Ziel: Maßnahmen zu finden, die sowohl Energie sparen als auch finanziell vorteilhaft sind. Ich wollte, dass meine Abschlussarbeit einen Mehrwert für meine Familie bietet
, sagt der Absolvent, der im Rahmen seines Studiums auch einen Energieberater-Schein machen konnte.
Dachgeschosse neu denken – Wohnraum clever erweitern
Im Bachelorprojekt von Viktor Baustian, Studiengang Bauingenieurwesen, zeigt sich, wie Bestandsbauten in Städten sinnvoll mehr Wohnraum bieten können. Am Beispiel eines Mehrfamilienhauses aus den 1950er Jahren untersucht er, wie gezielte Verstärkungsmaßnahmen, zum Beispiel mit aufgeklebten CFK-Lamellen, Dachdecken fit für neue Nutzungen machen. So entstehen neue Perspektiven für nachhaltige Stadtentwicklung und eine bessere Nutzung vorhandener Ressourcen.











