Wenn Bildungswege Aufmerksamkeit bekommen: Studienorientierung im Blick von LN und NDR

Dass die Themen Studienorientierung und Bildungswege Aufmerksamkeit bekommen, freut uns. Nicht nur, weil dabei auch die TH Lübeck vorkommt, sondern weil die Lübecker Nachrichten und der NDR in den vergangenen Wochen gleich mehrfach Fragen aufgegriffen haben, die uns beschäftigen: Wie finde ich heraus, ob ein Studium zu mir passt? Welche Wege führen an eine Hochschule? Und muss dieser Weg eigentlich immer über das Abitur führen? Gute Berichterstattung kann solche Möglichkeiten sichtbar machen und Menschen erreichen, die sie vielleicht noch nicht kannten.

Eine Video-Kamera richtet sich auf einen Seminarraum.

Ein NDR-Team hat das Schnupperstudium für alle 2026 begleitet. Foto: TH Lübeck.

Ein ungewöhnlicher Studienstart

Der Start ins Wintersemester 2026/27 war ungewöhnlich: Durch die Rückkehr zu G9 fehlte in Schleswig-Holstein ein regulärer Abiturjahrgang. Trotzdem verzeichnete die TH Lübeck mehr als 1.200 neue Einschreibungen und liegt damit auf dem Niveau des Vorjahres. Die Lübecker Nachrichten nahmen das zum Anlass, nicht nur auf die Einschreibezahlen zu schauen, sondern auch auf andere Wege an die Hochschule: Welche Möglichkeiten gibt es, wenn das Abitur nicht am Anfang des Bildungswegs steht?

Studieren ohne Abitur

Wie unterschiedlich solche Wege aussehen können, zeigte wenig später auch der NDR: Daniel Donner hat eine Ausbildung zum Dachdecker absolviert, als Geselle gearbeitet und anschließend seinen Techniker gemacht. Heute studiert er Bauingenieurwesen an der TH Lübeck. Christian Blatt hat nach seiner Tischlerlehre drei Meistertitel erworben und einen eigenen Betrieb eröffnet. Anschließend studierte er Bauphysik. Heute ist er Professor für Gebäudesimulation und -optimierung und Studiengangsleiter für Nachhaltige Gebäudetechnik an der TH Lübeck.

Beide zeigen: Ein Studium muss nicht unmittelbar auf die Schulzeit folgen. Auch berufliche Qualifikation und Praxiserfahrung können Türen an der Hochschule öffnen – etwa über eine Aufstiegsfortbildung, eine Hochschuleignungsprüfung oder ein Probestudium. Praxiserfahrung kann dabei zum Vorteil werden: Gerade in technisch geprägten Studiengängen bringen Studierende Kenntnisse aus dem Berufsleben mit, die sie im Studium weiter ausbauen können.

Orientierung beginnt vor der Bewerbung

Bevor es um Zulassung oder Bewerbung geht, steht oft eine viel grundsätzlichere Frage: Passt ein Studium überhaupt zu mir und wenn ja, welches? Genau hier setzte ein weiterer NDR-Beitrag an. Beim Schnupperstudium der TH Lübeck konnten Jugendliche ab 15 Jahren echte Vorlesungen besuchen, Studiengänge kennenlernen und mit Studierenden sowie Alumni ins Gespräch kommen. Denn Studienorientierung heißt auch, Hochschule einmal selbst zu erleben: Vorlesungen, Menschen, Atmosphäre und den Alltag auf dem Campus.

Auch praktische Fragen gehören dazu: Wie finanziere ich mein Studium? Wo werde ich wohnen? Wo finde ich Unterstützung? Wer sich früh damit beschäftigt, kann den Übergang ins Studium besser vorbereiten. Der NDR begleitete das Schnupperstudium dabei nicht nur im Radio und online, sondern auch im Schleswig-Holstein Magazin im Fernsehen.

Die Beispiele zeigen, wie unterschiedlich Studienorientierung aussehen kann: für manche beginnt sie mit einem ersten Besuch auf dem Campus, für andere mit der Frage nach einem alternativen Hochschulzugang – manchmal erst nach Jahren im Beruf. Entscheidend ist, dass diese Wege sichtbar und zugänglich sind. 

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