Eine wahre Geschichte: »Neulich in Marokko...«

Gut 100 Gäste waren am späten Freitagabend der Einladung des Studierendenteams um Professor Heiner Lippe in das Bauforum an der Stephensonstraße gefolgt und ließen sich über das Studierenden-Projekt „Solar Decathlon“ informieren. Die Studierenden berichteten über eine wahre Geschichte, die neulich in Marokko stattfand.

Neulich in Marokko – ein Info-Abend von Studierenden. Foto: TH Lübeck

Professionelle Präsentation. Foto: TH Lübeck

Das marokkanische Haus aus Pappe… Foto: TH Lübeck

Das Chamäleon steht für Anpassungsfähigkeit. Foto: TH Lübeck

Infos zum Nachlesen. Foto: TH Lübeck

Neulich in Marokko... war dann auch der Titel dieses Informationsabends, der von den Studierenden organisiert wurde, die unter Leitung ihres Professors Lippe im Rahmen des Studiums in mehrwöchiger Arbeit ein komplettes Haus in Marokko gebaut haben.

AFRIKATATERRE ist das studentische Team der Technischen Hochschule Lübeck, das sich beim internationalen Hochschulwettbewerb Solar Decathlon Africa mit dem Entwurf und dem Bau eines solarbetriebenen, energieeffizienten Wohnhauses in Ben Guerir/Marokko eingebracht hat. Gemeinsam mit Studierenden aus Dakar/Senegal, Rabat/Marokko und Lübeck/Musikhochschule hat das Team es geschafft, in nur drei Wochen das Haus zu bauen. Unter besonderen Bedingungen sollte das Gebäude sich an den Anforderungen des ständig wachsenden Wohnraumbedarfs in Afrika orientieren und zugleich nachhaltig sein.

Sehr illustrativ und professionell haben die Studierenden gemeinsam mit Professor Lippe an diesem Abend über ihre Eindrücke und Erfahrungen, über die Probleme beim Bau und deren Bewältigung in Wort und Bild berichtet, und natürlich über ihre Platzierungen im Wettbewerb. Sie haben zwar nicht den ersten Platz in der Gesamtwertung belegt, konnten sich aber voller Stolz über den 1. Platz in der Kategorie »Architektur« und den 2. Platz in der Kategorie »Nachhaltigkeit« freuen.

In ihrem Vortrag berichteten sie neben den baulichen Anforderungen auch über die Herkunft des Teamnamens und warum sich die Gruppe ein Chamäleon im Logo ausgesucht hat. Da sich das gesamte Team aus drei Nationen zusammensetzte und der Wettbewerb im Norden Afrikas stattfand, wurde entschieden, den Namen aus den drei Sprachen arabisch, deutsch und französisch (in Marokko wird hauptsächlich französisch gesprochen) zusammenzusetzen. Afrika ist deutsch, Tatar ist die arabische Bezeichnung für Chamäleon in Marokko, und im Senegal ist es Kantatar. Sprachlich zusammengesetzt bedeutet Afrikataterre auf Französisch: Afrika, deine Erde. Damit bezieht sich das Team auf den Baustoff Lehm, der hauptsächlich in Marokko vorkommt und genutzt wird.

Das Chamäleon steht für Anpassungs- und Wandlungsfähigkeit. Es kann sich farblich und klimatisch an Gegebenheiten anpassen. Und so sollte auch das zu bauende Haus sein; es soll sich anpassen an die regionalen, kulturellen und farblichen Gegebenheiten. Und natürlich soll es auch für die Anpassungsfähigkeit und Kreativität der Studierenden stehen, die sich in nationalem und kulturellem Neuland mit anderen Nationalitäten austauschen durften, um gemeinsam ein Projekt zu verfolgen.

Neulich in Marokko war eine kurzweilige und sehr informative Reise, zu der die Studierenden die interessierten Gäste mitgenommen hatten. In landestypischer Dekoration gab es weitere Informationen zum Nachlesen und in direkten Gesprächen mit den Studierenden wurden im Anschluss Fragen und Themen tiefer erörtert.

Die diesjährige Teilnahme an dem Solar Decathlon-Wettbewerb mit den vielen tollen Erfahrungen, wertvollen Erlebnissen und praxisbezogenen Erkenntnissen soll keine Eintagsfliege sein, so die Botschaft, die am Abend von den Studierenden ausging. Im Jahr 2021, wenn der Solar Decathlon-Wettbewerb, der seinen Ursprung 2002 in den USA hatte, erstmals in Europa und in Deutschland (Wuppertal) stattfindet, so die Überlegungen, soll wieder ein Team der TH Lübeck dabei sein. Es ist zu wünschen!