Erstes Forum Umweltschutz und Umwelttechnik - Umweltbranche diskutierte aktuelle Herausforderungen der Abfallwirtschaft

Das erste Forum Umweltschutz und Umwelttechnik Ende November 2019 brachte zahlreiche Vertretungen der Umweltbranche aus ganz Schleswig-Holstein zusammen, die sich zu aktuellen Herausforderungen der Abfallwirtschaft sowie zu Themen aus der Umweltbranche austauschten. Als Initiative aus dem Bereich Umweltingenieurwesen und –management der TH Lübeck mit Unterstützung des Kompetenzzentrums Erneuerbare Energien und Klimaschutz Schleswig-Holstein gegründet, bietet das Forum halbjährlich einen Dialog zu wechselnden Umweltthemen.

Prof. Dr.-Ing. Michael Bischoff begrüßte die Teilnehmenden. Foto: TH Lübeck

Das Forum brachte Akteure aus der Umweltbranche in Schleswig-Holstein zusammen. Foto: : Entsorgungsbetriebe Lübeck

Gregor Zwingmann stellte die Umweltaktivitäten der Polster Aktuell GmbH & Co. KG vor. Foto: Entsorgungsbetriebe Lübeck

Referenten Dr. Jan-Dirk Verwey, links (Entsorgungsbetriebe Lübeck) und Dirk Jepsen (Ökopol). Foto: Entsorgungsbetriebe Lübeck

Mit dem Impuls-Thema „Abfallwirtschaft/Recycling“ lockte die erste Veranstaltung des Forums über 50 Vertretungen aus Landes- und Kommunalbehörden, Unternehmen aus dem Umweltbereich, Umweltinteresse und Angehörige der TH Lübeck zu den Entsorgungsbetrieben Lübeck, die ihre Räumlichkeiten für die Veranstaltung zur Verfügung stellten.

Fachvorträge aus dem Entsorgungs- und Recyclingbereich bis hin zum Thema Abfallvermeidung bildeten den Rahmen der Veranstaltung. Nach begrüßenden Worten von Gastgeber Dr. Jan-Dirk Verwey von den Entsorgungsbetrieben Lübeck sowie von Prof. Dr.-Ing. Michael Bischoff, TH Lübeck, führte Anna-Lena Riotte vom Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EEK.SH) durch das 3-stündige Programm, das neben den Fachbeiträgen besonders die Möglichkeit zum Austausch bot.

Dr. Jan-Dirk Verwey eröffnete den Vortragsblock und thematisierte den Eintrag von Kunststoffen in die Umwelt und die damit verbundenen Herausforderungen für die Entsorgungsbetriebe. Er erläuterte die aktuellen Aktivitäten von eigenen Trennverfahren bis hin zu Kampagnen, die zur Vermeidung von Plastik im Biomüll motivieren sollen. Anschließend sprach Jörg Fortmann (IHK Lübeck) mit hohem Praxisbezug über aktuelle, gesetzliche Bestimmungen im Entsorgungsbereich und die hierfür relevanten Aspekte für Unternehmen.

Welche Herausforderungen auf Unternehmen zukommen, die sich mit dem Thema 100% recycle-fähige Verpackungen befassen wollen, erläuterte Gregor Zwingmann von der Polster Aktuell GmbH & Co. KG. Nach Erfolgen bei der Gestaltung nachhaltiger Unternehmensprozesse und Produkte, sucht das umweltengagierte Unternehmen nun nach Möglichkeiten ihre Verpackungsmaterialien zu vermindern, bzw. diese recycelbar zu machen.

Die Umstellungsproblematik, wie auch die anderen benannten Herausforderungen an die Abfallwirtschaft konnten anschließend diskutiert werden.

Den zweiten Vortragsblock eröffnete Umweltsenator Ludger Hinsen, der die aktuellen Umweltschutzaktivitäten der Hansestadt Lübeck vorstellte. Er betonte die Bedeutung des Handelns und des kontinuierlichen Austauschs und hob dabei das Engagement u.a. der Entsorgungsbetriebe Lübeck hervor, die die Umweltthemen im Abfallbereich kontinuierlich berücksichtigen.

Der Vortrag von Lars Gerlach (neowa GmbH) widmete sich dem Thema Ressourceneffizienz und dabei besonders der Verwertung von Reststoffen. Gerlach gab Einblicke in die Herstellung von Energiepellets aus Rejekten der Papierproduktion in Kombination mit recycelten Getränkekartons.

Der letzte Vortrag des Nachmittags hatte das Thema Abfallvermeidung im Fokus. Dirk Jepsen, Ökopol Institut für Ökologie und Politik GmbH, hob die besondere Bedeutung der Abfallvermeidung bereits im Produktionsprozess hervor und verwies dabei auf die Ressourceneffizienz und die Kostenreduktionen, die dadurch erreicht werden können. Er veranschaulichte in seinem Beitrag die Komplexität der Kreislaufwirtschaft sowie deren aktuelle Unzulänglichkeiten in der Praxis.

Jespen nannte dabei ernüchternde Zahlen zum tatsächlichen Anteil der Ressourcen-Rückgewinnung und unterstrich die Bedeutung von Informationsflüssen, um qualifizierte Entscheidungen treffen zu können. Besonders dieser Beitrag lieferte Zündstoff für die anschließende Diskussion.

Die nächste Veranstaltung des Forums Umweltschutz und Umwelttechnik zum Thema „Produktorientierter Umweltschutz“ wird für Mai/Juni 2020 vorbereitet. Informationen dazu folgen.

Das Forum ist eine Initiative des Bereichs Umweltingenieurwesen und –management und der Fachgruppe Klima- und Umweltschutz an der TH Lübeck in Kooperation mit dem Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EEK.SH). Das Veranstaltungsformat soll fortlaufend mit regelmäßigen Treffen einen fachlichen Austausch zwischen der Hochschule und regionaler Wirtschaft, Behörden und Fachexperten des Umweltschutzes in Schleswig-Holstein ermöglichen und somit die Zusammenarbeit der Akteure des Umweltschutzes im Lande mit Forschung und Lehre im Umweltbereich intensivieren. Die Veranstaltung widmet sich jeweils einem speziellen Impuls-Thema.

Kontakt für weitere Informationen:
Anna-Lena Riotte
Kompetenzzentrum Erneuerbare Energien und Klimaschutz Schleswig-Holstein
c/o Technische Hochschule Lübeck
Tel: +49 (0)451 300 5762
E-Mail: riotte(a)eek-sh.de