Possehl-Stiftung mit neuem Preis für Architekturstudierende der Technischen Hochschule Lübeck

»Architekturschule Lübeck« - das neue Leitbild der Architektur

Hauptpreise: v.l.: TH-Präsidentin Dr. Muriel Kim Helbig, Preisträgerinnen Malin Meyer, Hannah-Thabea Hansemann, Stiftungsvorstand Max Schön sowie Preisträgerin Janika Rausch. Foto: TH Lübeck

TH-Präsidentin Helbig: »Das hat Strahlkraft…«. Foto: TH Lübeck

Prodekan Professor Stephan Wehrig verkündet das neue Leitbild »Architekturschule Lübeck«. Foto: TH Lübeck

Über 400 Gäste drängelten sich am »Schaufenster« bei der ersten Werkschau. Foto: TH Lübeck

Stiftungsvorstand Max Schön blickte in die Historie des Possehl-Stipendienfonds. Foto: TH Lübeck

TH-Präsidentin Helbig und Stiftungsvorstand Schön überreichen die Reisekostenzuschüsse. Foto: TH Lübeck

Der neue Preis der Possehl-Stiftung namens Possehl-Stipendium für Architektur wurde am 01.10.2019 erstmals durch Max Schön, dem Vorsitzenden des Possehl-Stiftungsvorstandes in der KULTURWERFT Gollan an die drei Hauptpreisträgerinnen Malin Meyer, Hannah-Thabea Hansemann sowie Janika Rausch vergeben. Der Preis wird alle zwei Jahre an Architekturstudierende der TH Lübeck vergeben.

Die feierliche Übergabe des ersten Preises erfolgte vor mehr als 400 Gästen, doppelt so viele wie erwartet. »Ich freue mich riesig, dass hier ein so großer Andrang ist und noch Stühle herangeschafft werden müssen«, sagte TH-Präsidentin Dr. Muriel Helbig zur Begrüßung, total begeistert von dem großen Interesse und der Strahlkraft der Veranstaltung. »Das bedeutet, dass wir uns zeigen können mit dem was wir machen, wofür wir stehen, woran wir arbeiten, woran wir manchmal auch ein bisschen verzweifeln, wie weit wir kommen und wo unser aktueller Stand ist. Sie können es an den Werken sehen, da sind Werke von Studierenden aus ganz unterschiedlichen Phasen ihres Studiums dabei. Und das ist ja auch, was wir zeigen wollen…!« äußerte sie über die Werkschau.

Um zu zeigen, was die jungen Studierenden der Bachelor- und Master-Studiengänge Architektur und Städtebau-Ortsplanung zu leisten im Stande sind, wurde eine Werkschau über die Arbeiten von mehr als 250 Studierenden aus besagten Studiengängen zur Begleitung der Preisverleihung vorbereitet. »Es sind alles Arbeiten, die im Zuge der Erstsemester-Kompaktwochen, in Lehrmodulen oder in Abschlussarbeiten im Fachbereich Bauwesen entstanden sind«, ergänzte Architekturprofessor Stephan Wehrig in seiner Begrüßung und bedanke sich beim Hausherrn Thilo Gollan für die kostenlose Überlassung der Kulturwerft.

Als die Possehl-Stiftung, in Person von Stiftungsvorstand Max Schön, 2018 die Idee eines Architekturpreises an den Fachbereich herantrug »waren wir elektrisiert von diesem Moment. Wir wollten diesen Preis entwickeln und sind darüber hinaus mit der Erkenntnis weitergegangen, dass wir so einen Preis kaum aufbauen können, ohne uns selber zu reflektieren, ohne uns selber ein Leitbild zu geben…« fuhr Wehrig fort und präsentierte das neue Leitbild namens Architekturschule Lübeck mit den Worten: »Sie müssen sich vorstellen, zwei Studiengänge und 15 Professor*innen und alle passen unter ein Leitbild. Also, das ist schon eine Hürde, eine große Herausforderung. Wir haben aber gemerkt, dass der Begriff „Architekturschule Lübeck“ uns hilft und total gut greift. Er hat uns ganz viel Struktur, Ordnung und Energie gegeben…«. Wehrig führte zur Untermauerung ein Zitat von Thomas Mann an, in dem es heißt: »Phantasie haben heißt nicht, sich etwa auszudenken, es heißt, sich aus den Dingen etwas zu machen.« Nach seinen Worten beschreibt dieses Zitat bestens den Gedanken des Leitbildes, wie es die Architekturschule Lübeck trägt und wie es weiter fortgeschrieben werden soll in der Lehre. Als ein erstes Ergebnis dieses Leitbildes ist die Werkschau, sind die Arbeiten der Studierenden zu werten. Diese Werkschau ist das Schaufenster nach außen – »und ist somit ein Spiegel für unser neues Leitbild«, so Wehrig. Davon überzeugen konnten sich die zahlreichen Gäste im Anschluss nach der Preisverleihung.

Der Preis zeichnet Studierende aus, die wegen ihrer Begabung, ihrer Leistungen, der architektonischen Qualitäten ihrer Arbeiten oder ihres Engagements im Studium eine besondere Anerkennung und Förderung verdienen, so steht es in der Satzung des Preises. Bei diesem handelt es sich um drei Reisestipendien in Höhe von jeweils 3.000 Euro sowie sieben Reisekosten-Zuschüsse zu jeweils 300 Euro für Studierende der Studiengänge Architektur und Städtebau/ Ortsplanung der TH Lübeck. Mit der Auslobung der Stipendien knüpfe die Possehl-Stiftung nach Worten des Stiftungsvorstandes Max Schön an den Emil Possehl Stipendienfonds an, den es bereits seit über 100 Jahren gibt.

Die drei Studentinnen Hannah-Thabea Hansemann, 5. Bachelor-Semester Architektur (BA), Malin Meyer, 1. Master-Semester Architektur (MA) sowie Janika Rausch, ebenfalls 1. Master-Semester Architektur (MA) konnten jeweils ein Reisestipendium in Empfang nehmen, weil sie die Jury nicht nur mit ihren Arbeiten überzeugen konnten, sondern auch mit ihren Motivationsschreiben, in dem sie sich als Person hinter der Arbeit beschreiben und vorstellen durften.

Eine Jury bestehend aus Professoren*innen der Studiengänge Architektur und Städtebau/ Ortsplanung, Vertretungen der Possehl-Stiftung, des Architekturforums Lübeck sowie des Bundes Deutscher Architekten (BDA) Regionalgruppe Lübeck, hatte aus einer zuvor festgelegten »Engeren Wahl« die insgesamt zehn Arbeiten von Studierenden für ein Reisestipendium oder einen Reisekosten-Zuschuss ausgewählt. Zu den sieben weiteren Studierenden, die jeweils einen Reisekostenzuschuss in Höhe 300 Euro erhielten, zählen die Studierenden Vivien Bremer, 5. Semester BA, Antonia Kruse, 5. Semester BA, Lukas Lühr, 5. Semester BA, Hanno Trölenberg, 4. Semester BA, Benedikt Zdunek, 7. Semester BA, Annika Uven, 1. Semester MA und Julius Ihle, 1. Semester MA.

Im Anschluss an die Preisverleihung öffnete die Werkschau ihre Pforten und Gänge. Bis spät in den Abend und noch bis am Nachmittag des Folgetages konnten die Arbeiten der Studierenden in der Werkschau besichtigt werden.