World Town Planning Day: TH Lübeck plant lebenswerte Städte

1949 wurde er von Carlos Maria della Paolera in Buenos Aires ins Leben gerufen und wird seitdem jährlich am 8. November gefeiert – der World Planning Day richtet die Aufmerksamkeit auf Entwicklungen und Ziele in der Stadtplanung.

Studierende der TH Lübeck im Bachelor Stadtplanung lernen auch den kleinstädtischen und ländlichen Raum in ihrer Ausbildung kennen. Foto: TH Lübeck

Auch an der Technischen Hochschule (TH) Lübeck wird geplant und an die Anforderungen der Zukunft gedacht. Seit dem Wintersemester 2021/2022 gibt es den Bachelorstudiengang Stadtplanung an der TH Lübeck. In diesem Fach liegt der Fokus besonders auf der planerischen Entwicklung von Klein- und Mittelstädten. Die Studierenden beschäftigen sich beispielsweise mit diesen Fragen: Wie können lebenswerte Städte geplant und gestaltet werden? Wie lassen sich die Anforderungen der Zukunft in Planungen mitdenken und umsetzen?

Der Bachelorstudiengang Stadtplanung an der TH Lübeck

Kleinstädtischer und ländlicher Raum gewinnt an Bedeutung

Prof. Dipl.-Ing. Lydia Rintz ist seit dem 1. September 2020 auf die Professur für Städtebau und Entwerfen berufen und lehrt in den Studiengängen Architektur und Stadtplanung. Vor dem Hintergrund der großen ökonomischen und gesellschaftlichen Transformationsprozesse, gewinnt die Ausbildung der Studierenden in Bezug auf die Betrachtung des kleinstädtischen und ländlichen Raumes zunehmend an Bedeutung. Diese Prozesse betreffen künftige planerische Entwicklungen von Stadt und Land gleichermaßen stark. Im ARD-Format ttt- titel, thesen, tempteramente äußert sich die Professorin zum Schwerpunkt ‚Zuzug auf dem Land, wachsende Kleinstädte‘ so:

„Wir befinden uns hoffentlich am Beginn einer Mobilitätswende. Pendeln fällt dann anders ins Gewicht und diese sogenannten Schlafstätten sind für diese Klein- und Mittelstädte nicht ganz so attraktiv, wie Personen, die in diesen Städten leben, sich einbringen und das auch wirklich als vitalen Ort wahrnehmen.“

Donut versus Krapfen

Neumünster befindet sich derzeit in einem städtebaulichen Umgestaltungsprozess. Hier wird zum Beispiel ein altes Kaufhaus in eine Bibliothek umgewandelt, die als Begegnungsort dienen soll. Dazu Rintz: „Das ist das planerische Ideal. Es wird immer gern das Bild des Donuts oder Krapfens bemüht. Der Donut hat ein leeres Zentrum, der Krapfen hat mir der Marmelade das Beste in der Mitte. Das Beste gehört in die Mitte und da merkt man schon, dass Gemeinden, die wachsen, sich auch darum bemühen ihre Flächen aufzuwerten. Viele Maßnahmen, die jetzt in den Städten erprobt werden, wie zum Beispiel Carsharing oder Gemeinschaften, die man zur Arbeit in Anspruch nimmt, das sind alles tolle Modelle auch für den ländlichen Raum.“

Das Interview mit Lydia Rinz können Sie in voller Länge anschauen: https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/videos/themenwoche-video-100.html