Studiengang des Monats: Physikalische Technik

Wie in der Serie „Young Sheldon“ das erste Newtonsche Gesetzt mit Hilfe eines Zuges beweisen? Oder die Flugbahn einer Rakete berechnen und ihre Geschwindigkeit bestimmen? Studierende der Physikalischen Technik an der Technischen Hochschule (TH) Lübeck erhalten eine vielfältige und praxisorientierte Ausbildung, die ihnen sehr gute Berufschancen bietet.

 

Lena studiert Physikalische Technik an der TH Lübeck und arbeitet für das Solarhaus auf dem Campus. Foto: TH Lübeck

Lena studiert Physikalische Technik an der TH Lübeck und arbeitet für das Solarhaus auf dem Campus. Foto: TH Lübeck

Warum ist es im Weltall eigentlich nicht überall kalt sondern teilweise auch sehr heiß? Wie kann es sein, dass ein Ball, der von einem Trichter von einem fahrenden Zugwagon senkrecht nach oben geworfen wird, wieder im selben Trichter landet? Die Antworten auf diese Fragen können Studierende der Physikalischen Technik bereits nach dem ersten Semester an der TH Lübeck geben. Sie lernen in einem grundlagenorienterten Studium die angewandte Physik kennen und sind als qualifizierte Ingenieur:innen am Ende ihrer Ausbildung dazu in der Lage, Erkenntnisse der physikalischen Forschung in nutzbringende Verfahren und Produkte in der Industrie umzusetzen. Die angehende Ingenieurin Lena im Studiengang Physikalische Technik (PT) sagt über das breitgefächerte Angebot an der TH Lübeck:

Das Studium ist unglaublich vielfältig. Von Ingenieurstechnik bis Laser ist einfach alles dabei und man lernt, wie alles zusammenhängt. Und vor allem hat man jede Woche einen Wow-Effekt, weil man sich wieder etwas ganz neues angeeignet hat.

Was Newtons erstes Gesetzt mit der Serie Young Sheldon zutun hat

Wie Studierende die grundlegendsten physikalischen Gesetze verstehen können, kann unter anderem anhand einer bekannten amerikanischen Serie erklärt werden. In der Vorlesung Mechanik, Schwingungen, Wellen nimmt sich Prof. Kai Seger das Zug-Experiment von Young Sheldon zum Beispiel, um Newtons erstes Gesetz (Trägheitsprinzip) zu vermitteln. Eine Eisenbahn fährt mit konstanter Geschwindigkeit während ein Ball aus einem Trichter hochgeschossen wird, der auf einem Zugabteil sitzt. Was wird passieren? Der Ball landet wieder dort, wo er hochgeschossen wurde. So lässt sich spielerisch beweisen, dass ein Körper in Ruhe bleibt oder sich geradlinig mit konstanter Geschwindigkeit bewegt, solange keine Kraft auf ihn einwirkt. Der PT-Student Nils sagt über eines seiner Lieblingsmodule „Mechanik, Schwingungen und Wellen“:

Besonders spannend fand ich Mechanik, Schwingungen und Wellen (MSW), dort hat man die physikalischen Gesetze anhand vieler toller Experimente sehen können.

Studiengang des Monats: Physikalische Technik

Heiß oder kalt?

Heiß oder kalt?

Welche Temperaturen herrschen eigentlich im Weltall? Bereits im ersten Semester beschäftigen sich die Studierenden mit spannenden physikalischen Fragen. Lena sagt dazu: „Ich habe zum Beispiel im ersten Semester direkt gelernt, dass es im Weltall gar nicht nur so kalt ist, wie man immer denkt und wie man es in Filmen sieht, sondern es kann auch sehr heiß sein.“ Dem Weltraum selbst lässt sich keine Temperatur zuordnen, nur der Materie. Auch wenn im Weltraum ein nahezu perfektes Vakuum herrscht — mit sehr dünn verteilter Materie — sind die wenigen vorhandenen Teilchen sehr schnell unterwegs und können sehr heiß sein. Die Antwort auf die Frage heiß oder kalt lautet: beides - extrem heiß und extrem kalt.

Technische Lösungen für Probleme finden

Als Verbindung zwischen der Physik und den Ingenieurwissenschaften, lernen die PT-Studierenden nicht nur wichtige Erkenntnisse der physikalischen Forschung sondern auch, wie sie diese praktisch im Alltag als Ingenieur:in einsetzen können. Dazu gibt es viele fachspezifische Vorlesungen, die in einer Vielzahl von Laborversuchen praktisch vertieft werden. Außerdem absolvieren die Studierenden ein 3-monatiges Berufspraktikum in einem Betrieb in der Industrie, in sie dem meist auch die Bachelorarbeit erstellen. Dadurch tragen die Studierenden neben dem eigenen Wissensaufbau auch neue Ideen in die Gesellschaft. Student Nils freut sich über seinen zukünftigen Beitrag:

Ich mache die Welt ein Stück weit besser, indem ich technische Lösungen für Probleme finde, wie zum Beispiel die Effizienz von Solarzellen erhöhe.

Auf einen Blick

Studienabschluss

Bachelor of Science, B. Sc.

Regelstudienzeit

7 Semester

Studienbeginn

Jeweils zum Wintersemester

Studienform

Präsenz

Zugangsvoraussetzungen

Allgemeine Hochschulreife/ Abitur oder Fachhochschulreife oder besondere berufliche Qualifikation

Zulassungsbeschränkung

keine

Studiengangsleitung

Manfred Rößle
Prof. Dr. rer. nat. Dipl.-Phys.
Manfred Rößle


Telefon:+49 451 300 5720
E-Mail:manfred.roessle@th-luebeck.de
Raum:11-0.03